"Hilfe für kinderlose Paare oder eine neue Form der Prostitution?" Mit dieser Frage schockt die Information auf ihrer Titelseite und stellt fest, dass sich die Diskussion um den Handel mit Eizellen in Dänemark zuspitzt. Die Dänen hätten immer mehr Bedarf an Eizellen, erklärt die Tageszeitung, weil die Däninnen immer später mit dem Kinderkriegen begönnen. Seit Anfang des Jahres hat das größte Krankenhaus des Landes Rigshospitalet 40 Frauen künstlich befruchtet, die keine eigenen Kinder bekommen konnten. Der Chef des Fruchtbarkeitszentrums des Rigshospitalet Anders Nyboe Andersen bietet den Spenderinnen 1000 Euro an. Bente Holm Nielsen, Ärztin und Mitglied des Verbandes Dansk Kvindesamfund (Dänische Gesellschaft der Frauen) findet diese Idee grotesk: "Die Eizelle wird zur Ware und die Frauen befinden sich in einer Situation der Reproduktionsprostitution." Bis jetzt ist es in Dänemark noch verboten, für Eizellen zu zahlen. Wenn aber eine Frau, die hormonal behandelt wird, mehr Eizellen als nötig produziert, muss sie diese an andere Frauen abgeben.
"Was würdest Du alles für einen Job machen?" fragt die Tageszeitung Gândul und erzählt die Geschichte einer Mutter und ihrer zwei Kinder. In der rumänischen Filiale eines britischen Unternehmens arbeitet sie als Programmiererin. Vor ihrem Computer brach sie am 9. März buchstäblich zusammen und befindet sich seitdem im Koma. Schon einmal verlor Ernst & Young eine Angestellte, die im April 2007 zu einem Karoshi-Opfer wurde. So nennt man den Tod durch Überarbeitung, der erstmals 1969 in Japan festgestellt wurde. Nun fragt sich die rumänische Presse, ob die großen ausländischen Unternehmen, die sich überall im Land niedergelassen haben, nicht zu viel von ihren Angestellten verlangen. Jedoch erklären die von Gândul befragten Arbeitnehmer, dass sie bereit seien "für die monatlichen 1.500 Euro so viel zu arbeiten wie nötig!" Wie die Zeitung berichtet, machen mehr als die Hälfte der Rumänen Überstunden, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren.
Vor zwanzig Jahren waren nur drei Prozent der Polen der Meinung, dass Polen keine Feinde hätte. Heute sind es einer Studie zufolge zwanzig Prozent, berichtet die Tageszeitung Rzeczpospolita zufrieden. Der größte Wandel vollzog sich im Bild der Deutschen, die 1990 noch von 88 Prozent als eine Bedrohung angesehen wurden. Mittlerweile ist die Zahl auf weniger als 14 Prozent gefallen. Der Abbau von nationalen Ängsten schreitet für ein Land gut voran, das "eine bittere Geschichte von Trennungen, blutigen Kriegen gegen Hitler und Stalin und ein herabwürdigendes von Moskau gesteuertes kommunistisches Regime" gekannt hat, liest man im Kommentar der Zeitung. Die Polen sind zuversichtlicher geworden. "Die polnische Wirtschaft ist momentan die einzige Wirtschaft in Europa, die die Rezession abgewendet hat, die polnischen Truppen schneiden in Afghanistan besser ab als ihre deutschen Kollegen und das Leben in Warschau oder Posen ist keineswegs schlechter als in Berlin oder München." Dies will aber noch nicht heißen, dass das polnisch-deutsche Verhältnis ein Zuckerschlecken ist – die Kerndifferenzen bleiben, wie z.B. der Bau der Nordstream-Gasleitung oder das Zentrum gegen Vertreibungen. "Aber weil wir keine Angst mehr vor den Deutschen haben, sollten wir offen und direkt ansprechen, was uns stört. Und wir sollten sie endlich im Fußball schlagen", schließt die Tagezeitung.
"Atommüll wird zum Geheimnis", titelt SME nach der Abstimmung des slowakischen Parlaments am 9. Mai, bei der ein neues Gesetz verabschiedet wurde, das Informationen zur Kernenergie als "vertraulich" einstuft. "So werden die Menschen keine Möglichkeit haben zu wissen, ob eine Atommülldeponie oder ein Atomkraftwerk den Sicherheitsregeln entspricht", sorgt sich die Tageszeitung aus Bratislava. SME gibt das Wort an Abgeordnete der Opposition, deren Auffassung nach eine solche Verheimlichung "gegen die Verfassung und Europäisches Recht verstößt". Die Abgeordneten der Regierungskoalition haben keine Erklärung abgegeben. Ein Politologe bezeichnet unterdessen das Gesetz als eine "Verletzung der Umweltrechte der Bürger". Nichtsdestoweniger soll demnächst eine Parlamentsdebatte zum dritten und vierten Block des Atomkraftwerkes von Mochovce stattfinden, berichtet die Zeitung. Eine weitere Hypothese zur Erklärung des Gesetzes ist folgende: Die derzeit geplante Europäische Atommülldeponie könnte in der Slowakei errichtet werden.
"Die Handelskrise zwischen Frankreich und den USA wird politisch", titelt Le Figaro zwei Tage nachdem sich EADS, das Stammhaus von Airbus und sein amerikanischer Partner Northrop Grumman, vom Wettbewerb zurückgezogen haben, bei dem es darum ging, die US Air Force mit Tankflugzeugen zu beliefern. Der Vertrag beläuft sich auf 36 Milliarden Euro. Eigentlich hatte EADS 2008 den Auftrag erhalten, dieser wurde aber zurückgezogen, bestätigt das Europäische Konsortium. Das Pentagon habe den Auftrag so verändert, dass Boeing bevorzugt wird. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wird mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama bei seinem nächsten Besuch in Washington über das Thema sprechen. Mehrere französische Politiker und die Europäische Kommission bezeichnen diese Entscheidung als "protektionistisch" und für den amerikanischen Flugzeugbauer "maßgeschneidert". The Wall Street Journal ist derselben Meinung und beklagt, dass "nach diesem Fiasko ab jetzt jeder Konkurrent weiß, das die Regeln", die im Rahmen der amerikanischen Militäreinkäufe den freien Wettbewerb sicher stellen "gebrochen werden können, wenn nur genügend politischer Druck ausgeübt wird."
Das Sparpaket, das der portugiesische Regierungschef José Socrates am 8. März vorgestellt hat, überzeugt nicht. Das "Wachstums- und Stabilitätsprogramm", mit dem die Staatsverschuldung von 8,3 Prozent bis 2013 auf 2,8 Prozent heruntergekurbelt werden soll, wird am 25. März dem Parlament vorgelegt, bevor es der Europäischen Kommission vorgestellt wird. Die von Público befragten Experten zeigen sich skeptisch. "Die Regierung spielt mit dem Feuer", meint der Wirtschaftsexperte João César das Neves. Er warnt: Sollte der Plan die internationalen Finanzmärkte nicht überzeugen, "sind wir verloren." Das Sparpaket mit unter anderem Haushaltskürzungen, Privatisierungen, Lohnstopp im öffentlichen Dienst und Anhebung des Rentenalters für Beamte "reicht nicht, um den Staatshaushalt zu sanieren", setzt der Ökonom Álvaro Santos Pereira noch einen drauf. Es könnte aber ausreichen, um die Regierung in Schwierigkeiten zu bringen: Die Gewerkschaften bereiten ihre Protestaktionen vor.
Bedienen sich die Sozialisten im Wahlkampf für die Parlamentswahlen im kommenden Mai Tricks, "die an Methoden der Geheimpolizei zu kommunistischen Zeiten" erinnern? Ja, meint Lidové noviny. Siehe den Skandal rund um Jiří Paroubek. Er habe verlangt, dass man auf den Veranstaltungen seiner Partei Anhänger seiner politischen Gegner fotografieren solle. Sie würden als Störenfriede auftreten. Die Datenschutzbehörde hat daraufhin eine Untersuchung angeordnet. Die Gegner des quirligen Paroubeks denunzieren sich selbst, schreibt das Blatt: Sie schicken ausgefüllte Fragebögen zu ihrer Person mit ironischen Bemerkungen, um den Sozialisten "die Arbeit zu erleichtern". Sie haben eine Facebook-Gruppe gegründet und überschwemmen Paroubeks Mailbox mit ihren Fotos.
Die irische Polizei hat sieben Personen festgenommen, die unter Verdacht stehen, einen Mord an dem schwedischen Maler Lars Vilks geplant zu haben. Dieser ist Autor einer Serie von Mohammed-Karikaturen, die letzteren unter anderem als Hund darstellen, berichtet Dagens Nyheter. Die vier Männer und drei Frauen kämen aus Algerien, Kroatien, Palestina, Libyen und den USA, hätten aber nichts mit Al-Quaida zu tun, notiert die Irish Times. 2007 waren Vilks Zeichnungen, ursprünglich für eine Ausstellung gedacht, in der Regionalzeitung Nerikes Allehanda erschienen und lösten in der muslimen Welt heftige Proteste aus. Seither lebt er unter Polizeischutz. Laut Dagens Nyheter hätte Al-Quaida auf Vilks ein Kopfgeld von 100.000 Dollar ausgesetzt. Vilks erklärte dem Blatt, dass er seine Werke nicht bedauern würde: "Dass in der westlichen Welt nichts heilig ist, ist ein sehr positiver Wert. Man darf da für eine bestimmte Religion keine Ausnahme machen."
"Seit gut zwei Jahrzehnten verbreiten Barbara und ihr Gatte [...] die Kunde von der großen Gefahr: Stoppt Zuwanderung, hütet euch vor Moslems, bannt Minarette, rettet die Familie, ächtet Schwule, verjagt Feministinnen, bleibt deutsch!", berichtet Profil in einem langen Porträt von Barbara Rosenkranz. Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin, "eiserne Lady aus dem Weinviertel" könnte die einzige Gegenkandidatin des sozialdemokratischen Amtsinhabers Heinz Fischer sein, wenn die Österreicher am 25. April an die Urne gehen. Keiner der anderen Prätendenten hat bisher die notwendigen 6000 Unterstützungserklärungen zusammentragen können (Annahmeschluss für Kandidaturen ist der 26. März). Laut Umfragen könnte die souverän kommunizierende Mutter von zehn Kindern mit Namen aus "germanischen Heldensagen" und dem Schäferhund "Greif" bis auf 28 Prozent der Stimmen kommen.
Appel, Corneille, Santomaso oder Morellet… 163 zeitgenössische Kunstwerke der Peter-Stuyvesant-Sammlung, die zuvor noch die Hallen des Zigarettenfabrikanten aus Zevenaar zierten, wurden am 8. März versteigert, berichtet De Volkskrant auf der Titelseite. Die vom Sotheby’s organisierte Auktion brachte 13,5 Millionen Euro ein, eine Rekordhöhe für moderne Kunst in den Niederlanden. Star des Abends war das Ölgemälde "Dinosaurierei" des deutschen Künstlers Martin Kippenberger mit einem erzielten Preis von mehr als einer Million Euro, Kommission inklusive. Die Sammlung besaß ein Niveau, dass sie "den Grundstein für ein Museum der modernen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätte abgeben können", meint Dirk Limburg, Kulturblogger auf der Webseite des NRC Handelsblad. Die Sammlung zähle 25 Meisterwerke, "die ich gerne in einen Museum für Moderne Kunst gesehen und wiedergesehen hätte", bedauert der Journalist.
Man braucht nicht Deutschlands Vorzeige-Powerfrau nach überstandenem Burn-out zu sein, um sich an manchen Montagen direkt ins Wochenende zu wünschen. Auch die Angst um den Arbeitsplatz, die in der Wirtschaftskrise zu heftigem Schuften antreibt, muss nicht ewig als Stundentreiber im Job dienen. Wer von ausgedehnter freier Zeit träumt, und ihre Bedeutung im Leben eines Menschen schätzt, zog bisher zu seiner ökonomischen Verteidigung gerne Marx heran.
Zusammenbruchsszenarien zum Euro werden besonders gerne in Großbritannien geschrieben. Man berichtet über anrüchige PIGS und ihren drohenden Rauswurf aus der Eurozone. Und während die europäische Presse in den letzten Wochen mit allen verfügbaren Fingern auf Berlin zeigte, so es um die Rettung des griechischen Sünders ging, rief die deutsche Presse aus vollen Lungen nach Europa.