Heute in der Presse

In mehreren Städten – vor allem Kopenhagen, Århus, Aalborg und Odense – üben somalische Fundamentalisten ideologischen Einfluss aus. Um dem entgegenzuwirken hat Somalisk Netværk i Danmark (das somalische Netzwerk Dänemarks) der Ministerin für Integration Birthe Rønn Hornbech eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, welche die Integration von jungen Somaliern in die dänische Gesellschaft fördern sollen, berichtet Politiken. In einem langen Bericht zitiert die dänische Tageszeitung die Erklärungen des Netzwerkvorsitzenden Mohamed Gelle. Er selbst war zum Opfer einer Fatwa geworden. Laut ihm hat eine Gruppe von 15 bis 20 sehr aktiven somalischen Islamisten eine Kampagne auf den Weg gebracht, um junge Landsleute für diverse Organisationen zu rekrutieren, die Al-Qaida nahestehen. Ihre Vorgehensweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie (in Dänemark und in Somalia) Druck auf die Familien ihrer "Rekruten" ausüben, sowie einen radikalen Islam unterrichten. 16.700 Somalier leben momentan in Dänemark. 

Veröffentlicht am 08 Feb 2010  |   Politiken
 
Deutschland   |   Kirchliche Omertà bröckelt

Ein beispielloser Skandal trifft die deutsche katholische Kirche und in ihr diejenigen, die der Spiegel-Titel als "Die Scheinheiligen" geißelt: Nach den Enthüllungen über sexuellen Missbrauch von Schülern der Berliner Eliteschule Canisius-Kolleg in den 70er und 80er Jahren "bricht die Schweigemauer", meldet das Nachrichtenmagazin. Laut einer Spiegel-Umfrage an den 27 deutschen Bistümern (, der 24 antworteten) stehen oder standen seit 1995 mindestens 94 Geistliche und Laien unter dem Verdacht des Missbrauchs von zahllosen Minderjährigen. Die deutsche Bischofskonferenz wird sich noch im Februar mit den Skandalen beschäftigen, die Kleriker sind jedoch von "echter Selbstkritik" weit entfernt. Denn in Deutschland, wo die Kirchenhierarchie bevorzugt nach dem Motto "Aussitzen oder Versetzen" vorgeht, steht "die Aufarbeitung [im Vergleich zu den Skandalen in den USA oder Irland] erst am Anfang".

 

Veröffentlicht am 08 Feb 2010  |   Der Spiegel
 
Wahlen   |   Ukraine dreht nach Osten

"Die Ukraine ändert ihren Kurs", betitelt Gazeta Wyborcza ihren Bericht über den Sieger der zweiten Runde der ukrainischen Präsidentschaftswahlen vom 7. Februar: Wiktor Janukowytsch. Geschlagen hat Janukowytsch Julija Tymoschenko, Führungsfigur der Orangen Revolution, die ihn 2004 an der Machtübernahme hinderte. In ihrem Leitartikel spricht die Warschauer Tageszeitung davon, dass "die Ukrainer einen Präsidenten gewählt haben, in dem sie noch vor fünf Jahren den Teufel sahen. Somit haben sie sich gegen eine europäische Unvorhersehbarkeit und für eine post-sowjetische Stabilität entschieden." Der ehemalige Außenminister Borys Tarasjuk ist überzeugt, dass es in Zukunft immer mehr soziale Konflikte in der Ukraine geben wird. Denn zum einen plant der Moskau-freundliche Janukowytsch die Einführung des Russischen als zweite offizielle Sprache. Zum anderen darf die russische Schwarzmeerflotte weiterhin auf der Krim stationieren.

Cornelius Ochmann von der deutschen Bertelsmann Stiftung teilt diese Befürchtungen nicht: "Er wird das Land weiter modernisieren. Und niemand wird das Wachstum der freien Medien und der Privatwirtschaft aufhalten können. Auch die europäischen Bestrebungen der Ukraine wird er nicht begraben. Schließlich lässt sich das Land nicht in ein paar Jahren in die EU integrieren. Dies bleibt eine Sache von mehreren Jahrzehnten."

Veröffentlicht am 08 Feb 2010  |   Gazeta Wyborcza
 
 

Blog

 

Mit Muße gegen den Bankrott

Man braucht nicht Deutschlands Vorzeige-Powerfrau nach überstandenem Burn-out zu sein, um sich an manchen Montagen direkt ins Wochenende zu wünschen. Auch die Angst um den Arbeitsplatz, die in der Wirtschaftskrise zu heftigem Schuften antreibt, muss nicht ewig als Stundentreiber im Job dienen. Wer von ausgedehnter freier Zeit träumt, und ihre Bedeutung im Leben eines Menschen schätzt, zog bisher zu seiner ökonomischen Verteidigung gerne Marx heran.

Daily Telegraph wirft für Angela das Handtuch

Zusammenbruchsszenarien zum Euro werden besonders gerne in Großbritannien geschrieben. Man berichtet über anrüchige PIGS und ihren drohenden Rauswurf aus der Eurozone. Und während die europäische Presse in den letzten Wochen mit allen verfügbaren Fingern auf Berlin zeigte, so es um die Rettung des griechischen Sünders ging, rief die deutsche Presse aus vollen Lungen nach Europa.