Dossiers
Griechenland, Krise ohne Ende
Der Abstieg in die Hölle
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Griechenland
Der vereitelte Schiffbruch
9. März 2012146To Ethnos Athen -
Griechenland
Wir können uns keine Fehler mehr leisten
21. Februar 201210To Ethnos Athen -
Eurokrise
Griechische Bananenrepublik
20. Februar 201249De Morgen Brüssel -
Griechenland
Noch ein Schritt ins Leere
13. Februar 201293To Ethnos Athen -
Eurozone
Griechenland geht in Rente
9. Februar 201242To Vima Athen -
Griechenland
Euro-Ausstieg: ein riskantes Unterfangen
4. Januar 20128PresseuropPresseurop -
Schuldenkrise
Griechenland und Italien, zwei parallele Schicksale
11. November 20115Eleftherotypia Athen -
Griechenland
Die neuen Männer mit den alten Problemen
7. November 201112Eleftherotypia Athen -
Griechenland
Papandreou erpresst sich eine Zukunft
2. November 20116To Ethnos Athen -
Griechenland
Ein schlechtes Theaterstück
13. September 20113Ta Nea Athen -
Schuldenkrise
Und was jetzt, Griechenland?
6. September 201113To Ethnos Athen -
Griechenland
Papandreou zwischen Pest und Cholera
5. September 2011PresseuropI Kathimerini -
Griechenland
Letzte Mahnung für Athen
19. Mai 2011PresseuropFinancial Times Deutschland -
Griechenland
Wer profitiert von den Eurogerüchten?
9. Mai 2011Libération Paris -
Griechenland
Die Umschuldung naht
6. April 2011PresseuropFinancial Times Deutschland -
Griechenland
Neue Salve der Ratingagenturen gegen Athen
30. März 2011PresseuropI Kathimerini -
Griechenland
Einen Monat, um eine Lösung zu finden
23. Februar 2011Ta Nea Athen -
Schulden
Die PIG sind wieder da
10. September 20101PresseuropHandelsblatt -
Griechenland
Europas Albtraum
23. April 2010PresseuropLes Echos -
Griechenland
Drei Jahre zur Rettung des Euro
16. April 2010PresseuropThe Economist -
Griechenland
Spekulanten bedrohen Athens Sanierungsmaßnahmen
9. April 20104Presseurop -
Griechenland
Eine Krise jagt die nächste
8. April 2010PresseuropLa Tribune -
Griechenland-Krise
Vorläufig Schluss mit dem Psychostress
26. März 2010Presseurop -
Griechenland
Den Gürtel sollst du enger schnallen
11. Februar 20101Le Figaro Paris -
Wirtschaftskrise
PIGS suchen Peanuts
4. Februar 20107Presseurop -
Wirtschaft
Euros nach Athen tragen
26. Januar 20103La Stampa Turin -
Griechenland
Mitgefangen, mitgehangen?
15. Dezember 2009Der Spiegel Hamburg -
Griechenland
Nach Dubai, Athen?
9. Dezember 20091Presseurop -
Wirtschaftskrise
Dr. Brüssel sorgt sich um griechischen Patienten
1. Dezember 2009PresseuropEleftherotypia
Die Bevölkerung in der ersten Reihe
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Griechenland
Thessaloniki zeigt, wie es geht!
8. März 201212Die Zeit Hamburg -
Eurokrise
Wie Brüssel Griechenland verwüstet
17. Februar 2012102The Daily Telegraph London -
16. Februar 201231To Vima Athen
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Griechenlandkrise
Brüssels tödliche Therapie
15. Februar 201296Die Zeit Hamburg -
Griechenland
Elend in Zeiten des Wirtschafts-“Diktats”
30. Januar 201214Libération Paris -
Rüstungspolitik
Schöne Waffen für Athen
11. Januar 201234Die Zeit Hamburg -
Emigration
Ansturm auf Australien
22. Dezember 201115The Guardian London -
Griechenland
Die Athen-Biennale oder die Kunst der Krise
28. November 20114Expressen Stockholm -
Griechenland
Oligarchen liegen auf der Lauer
9. November 20119Financial Times London -
Griechenland
Ein “finanzieller Völkermord”
22. September 201127Die Presse Wien -
Griechenland
Das Frühstück aus der Tonne
19. September 20117To Vima Athen -
Griechenland
Wofür den Gürtel enger schnallen?
12. September 20111PresseuropEleftherotypia -
Schuldenkrise
Griechenland zahlungsunfähig
2. September 201113Libération Paris -
Griechenland
Griechisches Kino: Die bizarre Welle
2. September 20111The Guardian London -
Griechenland
Die „Wir zahlen nicht“-Revolte
5. August 2011The Guardian London -
Griechische Gewerkschaften
Die Geister, die er rief
19. Juli 2011The New York Times New York -
Schuldenkrise
Die Demokratie kehrt nach Athen zurück
16. Juni 20114The Guardian London -
16. Juni 20112Eleftherotypia Athen
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Griechenland
Leben in Zeiten der Troika
1. Juni 2011To Vima Athen -
Griechenland
Verzweifelt und resigniert
3. Mai 2011Libération Paris -
Griechenland
„Debtocracy“ oder die Wut über die Krise
26. April 20111To Vima Athen -
Griechenland
Das Land franst langsam aus
18. April 20111To Vima Athen -
Griechenland
Der Jugend eine Chance geben
15. März 2011I Kathimerini Athen -
Griechenland
Die Wut des Volkes
11. März 2011To Vima Athen -
GRIECHENLAND
Steuerjagd bis in den Pool
4. August 20101Der Spiegel Hamburg -
Griechenland
Unser billig Brot gib uns heute
26. Mai 20102Ta Nea Athen -
Griechenland
Ein Land im Schockzustand
6. Mai 20101Presseurop -
Griechenland
Fast eine Revolution
6. Mai 20101To Ethnos Athen -
Griechenland
Europäer an unserm Kragen
3. Mai 20103To Ethnos Athen -
Griechenland
IWF? Nein danke!
21. April 20102To Vima Athen -
Wirtschaft
Keine Lust auf Abspecken
18. März 20102International Herald Tribune Paris
Die Schockwelle Europas
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Griechenlandkrise
Die Rettung rettet nicht, sagt die Troika
21. Februar 201211PresseuropFinancial Times -
Griechische Krise
Europas Mitschuld am Athener Debakel
10. Februar 201256La Stampa Turin -
Eurozone
Europa für den Griechen-Exit bereit
8. Februar 201213De Volkskrant Amsterdam -
Eurozone
Schützt die EZB vor Griechenland
2. Februar 20129De Tijd Antwerpen -
Eurokrise
Die Griechenland-Falle
24. Januar 201214Süddeutsche Zeitung München -
Debatte
In den Händen der Technokraten
15. November 201110Financial Times London -
Eurokrise
Wenn Griechenland ginge...
4. November 201113Le Figaro Paris -
Presseschau
Worst-Case-Szenario zeichnet sich ab
13. September 20115Presseurop -
Griechenland
Das Wunder dauerte drei Tage
26. Juli 20114Ta Nea Athen -
Eurokrise
Schluss mit den Spielchen
20. Juli 20111Ta Nea Athen -
Schuldenkrise
Rettet Griechenland und geht unter
24. Juni 2011PresseuropPresseurop -
Schuldenkrise
Die Demokratie kehrt nach Athen zurück
16. Juni 20114The Guardian London -
Griechenland
Regierung auf Messers Schneide
15. Juni 2011PresseuropTo Ethnos -
Schuldenkrise
Warum Griechenland den Euro mitreißt
14. Juni 201115The Irish Times Dublin -
Griechenland
Blut und Tränen
10. Juni 20114PresseuropTa Nea -
Griechenland
Regierung in der Klemme
6. Juni 2011PresseuropTa Nea -
Euro-Zone
Kopfzerbrechen über Griechenland
18. Mai 20115Presseurop -
Griechenlandkrise
Geräte abschalten?
11. Mai 20111PresseuropHandelsblatt -
Griechenland
Tarnen, täuschen, retten
9. Mai 20113Süddeutsche Zeitung München -
Griechenlandkrise
Operation gelungen, Patient...
3. Mai 2010Presseurop -
Griechenland-Krise
Schlechte Karten für den Euro
28. April 20101La Repubblica Rom -
Griechenland
Europas Albtraum
23. April 2010PresseuropLes Echos -
Griechenland
Drei Jahre zur Rettung des Euro
16. April 2010PresseuropThe Economist -
Griechenland
Den Gürtel sollst du enger schnallen
11. Februar 20101Le Figaro Paris -
Griechenland
Papandreou verspricht Blut und Tränen
9. Februar 2010PresseuropTo Ethnos
Editorial
Wie konnte ein Land, das ca. 3 % des BIP Europas ausmacht, die EU und den Euro in eine Krise verwickeln, deren Ende nur schwer abzusehen ist? Wie erklärt man sich, dass ein Land, das sich die Olympischen Spiele 2004 geleistet hat und dessen Bevölkerung stets nach der neuesten Mode lebte, nahezu zahlungsunfähig wurde, so dass es jetzt soziale Opfer bringen muss wie niemand zuvor in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg? Derartige Fragen im Zusammenhang mit der Griechenlandkrise, die Ende 2009 begann, werden uns noch einige Zeit lang Kopfzerbrechen bereiten.
In der Tat legt dieses Ereignis, das in der Geschichte der EU nunmehr einen hohen Stellenwert hat, eine Reihe von Problemen offen, für die die europäischen Staatschefs offensichtlich keine Lösungen finden. Die Griechenlandkrise stellt die Struktur der EU in Frage, die sich durch eine Währungsunion ohne politische Union und ohne einen klar definierten Unterstützungsmechanismus zwischen den einzelnen Ländern auszeichnet. Auch das Zusammenwachsen Europas wird in gewissem Maße in Frage gestellt, denn manche Europäer verstehen nicht mehr, warum sie für die anderen zahlen sollen, und die politischen Parteien machen stärkere Euroskepsis zum Wahlargument. Das soziale Modell des Kontinents, das auf einem mehr oder weniger entwickelten Wohlfahrtsstaat basiert, könnte aufgrund der Griechenland auferlegten Sparmaßnahmen, die zum Anti-Krisen-Modell für die anderen Länder werden könnten, ebenfalls eine radikale Veränderung erfahren.
Am stärksten betroffen sind jedoch die Griechen selbst, denn sie mussten plötzlich lernen, mit weniger zu leben, ohne über klare Perspektiven zu verfügen, zuzusehen, wie ihre Regierung Unternehmen und Grundstücke verkauft, um sich zu finanzieren und ihre Beziehung zum Staat neu zu überdenken, die allzu oft auf kleinen Schummeleien mit dem Recht basierte. Die Reportagen und Analysen dieses Dossiers zeigen vor allem, wie schwer der Schock für das Land und seine Bürger ist.
Als die griechische Regierung 85 bis 95 Prozent ihrer Gläubiger überzeugen konnte, einem Schuldenschnitt zuzustimmen, tat sie letzten Endes, was von ihr erwartet wurde. Nun heißt es, den der Bevölkerung auferlegten Opfern einen Sinn zu verleihen.
Die Eurogruppe hat sich endlich auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland in Höhe von 130 Milliarden Euro geeinigt. Zusätzlich werden 107 Milliarden Euro Schulden erlassen. Doch ohne ein wirkliches Konjunkturprogramm wird dieser Betrag nicht zur wirtschaftlichen Erholung des Landes reichen, warnt To Ethnos.
Griechenlands Hautproblem ist nicht das Geld, sondern ein Klientelsystem, in dem niemand Rechenschaft ablegen muss, meint ein griechischer Journalist. Um das zu ändern, muss Europa aktiv werden.
Von gewalttätigen Protesten begleitet hat das griechische Parlament ein neues, von EU und IWF verordnetes Sparprogramm beschlossen. Aber damit sind die Probleme nicht aus der Welt. Die Griechen bleiben im Ungewissen über ihre Zukunft.
Um das Risiko eines Ausschlusses aus der Eurozone zu verhindern, hat Athen unmittelbar vor dem Treffen der Eurogruppe neuen Sparmaßnahmen zugestimmt. Eine Alternative, welche die heimischen Politiker nicht verhindern konnten, bedauert To Vima.
Ob in Athen oder Rom: Die gewählten Regierungschefs wurden von der Krise weggefegt und durch Technokraten ersetzt, deren Hauptaufgabe darin bestehen wird, jene von Brüssel und den Finanzmärkten geforderten Sparpläne umzusetzen, an denen die Vorgänger gescheitert sind.
Sozialisten und Konservative haben sich auf eine Übergangsregierung geeinigt. Damit ist die Krise, die das geplante Referendum zum griechischen Rettungsplan ausgelöst hatte, erst einmal überstanden. Was aber die Probleme angeht, ist für die Griechen alles beim Alten geblieben.
Um auf den Protest seines Volks zu reagieren, will der griechische Regierungschef lieber das Volk befragen, als vorgezogene Wahlen abzuhalten. Damit rettet Papandreou zwar seinen eigenen Kopf, lässt den Griechen aber keine wirkliche Wahl.
Eine Steuer in die Stromrechnung eingliedern: Der neueste Vorschlag der griechischen Regierung ist ein Eingeständnis, dass die seit anderthalb Jahren getroffenen Maßnahmen nichts gebracht haben, bedauert Ta Nea. Das Schlimmste ist, dass manche Beamte sich weigern, ihn umzusetzen.
Inzwischen ist es allen klar: die griechische Regierung kann ihre Schulden nicht im versprochenen Maße reduzieren. Das erschüttert die Finanzmärkte. Und in Athen macht sich ein Gefühl der Machtlosigkeit breit, wie in diesem Leitartikel in To Ethnos.
Seit mehreren Wochen laufen die Drähte heiß. Fehlinformationen über die griechische Wirtschaft sind zuhauf im Umlauf. Athen ist destabilisiert. Wer profitiert von diesen Meldungen, fragt Libération.
Bei seinem Besuch in Berlin bat Griechenlands Regierungschef um eine Verlängerung der Rückzahlungsfristen für das Rettungspaket. Doch während soziale Unruhen und der Druck der europäischen Banken wachsen, werden die EU-Partner erst im März ihre Entscheidung fällen.
Mit dem am Abend des 25. März getroffenen Abkommen über den Nothilfeplan für Griechenland haben die 16 Mitglieder Eurolands der seit Monaten andauernden Tragödie ein Ende gesetzt. Doch die europäische Presse beurteilt die gefundene Lösung als nicht gerade ideal und meint, der Bruch innerhalb der Union werde lange brauchen, bis er sich wieder schließt.
Die 27 kommen in Brüssel zusammen, um die griechische Wirtschaft zu retten. In Athen trifft der von der Regierung angekündigte Sparkurs nicht auf Begeisterung. Doch in einem Land, in dem der Staat gegenüber der allgemein verbreiteten Steuerhinterziehung hilflos ist, scheint eine Änderung der Gewohnheiten unausweichlich.
Portugal, Irland, Griechenland, Spanien: Die vier labilsten Länder der Eurozone — deren Initialen "PIGS" ergeben, stehen unter Druck. Sie versuchen, ihre Wirtschaft wieder anzukurbeln. Jedes auf seine Weise, doch Skepsis herrscht überall, auch in der Presse.
Die gesamtwirtschaftlichen Probleme Griechenlands beunruhigen die europäischen Behörden. Sie befürchten, dass Athens Zugehörigkeit zur Eurozone die Vertrauenswürdigkeit der europäischen Währung beeinträchtigen könnte; und auch die der gesamten EU. Ist sie doch unfähig, das Verhalten ihrer Mitglieder zu kontrollieren.
In Berlin und Brüssel wachsen die Zweifel, dass das Euro-Mitglied Griechenland seine Schuldenprobleme aus eigener Kraft lösen kann. Wenn nichts geschieht, droht dem Land die Insolvenz – mit unvorhersehbaren Folgen.
Die Staatsverschuldung ist außer Kontrolle geraten, Steuerflüchtige reiten im Galopp, das Rentenloch klafft… Das Land steht kurz vor dem Bankrott. So lautet die Diagnose der europäischen Presse. Wer sorgt sich um die Konsequenzen für den Euro und einen möglichen Dominoeffekt, der die weniger sparsamen Länder mitreißen könnte?
Die griechische Haupstadt erstarrt in der Klage über Rezession und Fremdbestimmung. In der Nähe von Griechenlands zweitgröβter Stadt entstehen jedoch Geschäftsideen – und neue Hoffnung keimt. Die Zeit besucht die Griechen, die nichts mehr vom Staat erwarten und auf eigene Rechnung leben wollen.
Das in einer bodenlosen Rezession versunkene Griechenland wird von einer “inkompetenten” EU und ihrem “unbarmherzigen” Währungskommissar Olli Rehn erstickt, moniert Peter Oborne in einer beißenden Kritik.
Sie sind verschuldet, deprimiert und haben Angst: Immer mehr Griechen suchen moralische Unterstützung bei der Verbraucherzentrale Ekipzo. Reportage in Athen bei einer Gruppentherapie.
Die Eurogruppe vertagt ihr Treffen und stoppt damit vorerst ein weiteres Rettungspaket für Griechenland. “Politische Garantien” zur Einhaltung des Sparplans fehlen, heißt es. Aber statt der brutalen Schocksanierung aus Brüssel braucht Athen jetzt ein Aufbauprogramm. Statt Stigmatisierung, Solidarität.
Die Verhandlungen zum griechischen Schuldenschnitt ziehen sich hin. Unterdessen versorgt die Stadt Athen täglich immer mehr Menschen mit zwei Mahlzeiten. Der Sparkurs hat sie nicht nur ihren Job gekostet. Nun knurrt ihnen auch noch der Magen. Bei einigen Griechen ruft diese Situation die Erinnerung an die Zeit der Besetzung wach.
Fregatten, Panzer und U-Boote: Griechenland steht am Abgrund, aber an seinem Militär geht jedes Sparpaket vorbei. Und Deutschland profitiert davon.
Für junge Europäer aus krisengebeutelten Ländern ist das florierende Australien zum Land der neuen Chancen geworden. Dies trifft besonders auf eine neue Generation von griechischen Studienabgängern zu, die sich der weltweit größten Gemeinschaft von Auslandsgriechen anschließen.
Ein Netz korrupter Sippschaften kontrolliert die Schlüsselbereiche der griechischen Wirtschaft. Vom anhaltenden Durcheinander im Land profitieren sie am meisten, meint der Autor von McMafia.
Die Griechen sind “sparunwillig”? Ein Linzer Jurist mit Zweitwohnsitz in Athen, hat ihr tägliches Leben beobachtet und schließt: Sie sparen sich zu Tode.
Gerade kündigte die griechische Regierung neue Sparmaßnahmen an, um ihre Partner zu beruhigen und sich die sechste Rate des internationalen Rettungspakets zu sichern. In den Straßen Athens dagegen suchen immer mehr Menschen nach billigeren Lebensmitteln.
Die Verschuldung Griechenlands ist außer Kontrolle. Der verstöhrende Rückschluß eines Parlamentsausschusses kommt dabei aus Athen selbst: bedrängt von einer Rezession, die größer als erwartet ausfällt und von der Schattenwirtschaft noch verstärkt wird, wird das Land wohl kaum die Rückzahlfristen einhalten können.
Gibt es eine Verbindung zwischen den so herrlich seltsamen Filme von Yorgos Lanthimos oder Athina Rachel Tsangari und den Wirtschaftsturbulenzen Griechenlands? Und werden sie in diesem leidgeprüften Land auch weiterhin Filme drehen?
Angesichts der rauen Realität unbezahlter Löhne, bankrotter Unternehmen und Massenarbeitslosigkeit reagieren immer mehr Griechen mit zivilem Ungehorsam. Steckt Griechenland mitten in einem Paradigmenwechsel? Der Guardian berichtet aus Thessaloniki.
Im Rahmen des Sparpakets plant Giorgos Papandreou die Privatisierung von Staatsunternehmen, z.B. der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft. Symptomatisch für die starke Verflechtung der verschiedenen Interessengruppen im Land ist dabei allerdings die Feindseligkeit, mit der sich ihm eine von seiner eigenen Partei bei der Gründung unterstützte Gewerkschaft widersetzt.
Während sich der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou bemüht, ein zweites Paket lähmender Sparmaßnahmen durchzuboxen, ist der Syntagma-Platz im Zentrum der Hauptstadt zu einem Modell direkter Demokratie geworden, schreibt ein griechischer Kolumnist. Dort versammeln sich die Bürger Athens sämtlicher Ideologien, Altersgruppen und Berufskategorien, um ihrer Empörung Ausdruck zu geben.
Vor dem Parlament in Athen, wo bereits seit drei Wochen die griechischen „Empörten“ kampieren, demonstrierten am 15. Juni Zehntausende gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Bei den im Großen und Ganzen friedlich verlaufenden Protestbekundungen kam es am Rande zu Auseinandersetzungen, berichtet ein Reporter der Eleftherotypia.
Schluss mit Ausgehen, Reisen und dem Gläschen im Straßencafé. Chirurgische Eingriffe und das Bezahlen von Rechnungen werden verschoben. Nachhilfeunterricht muss nicht mehr sein. Die krisengebeutelten Griechen haben gelernt, ihren Lebensstil drastisch herunterzuschrauben und ihr Alltag ist trist geworden.
Die Griechen sind ratlos – sie sind ausgepowert durch die ständig neuen Sparpläne und glauben nicht mehr an ihre Regierung. Während der Populismus immer weiter um sich greift, geht die Europhilie rasant zurück, berichtet der Sonderberichterstatter von Libération in Athen.
Eine übers Internet verbreitete Reportage schildert die Geschichte der griechischen Schuldenkrise und macht die Verantwortung der Politiker deutlich. Debtocracy ist ein militanter Film, der eine große Debatte auslöste.
Neu angekündigte Sparmaßnahmen einerseits, anhaltende Gerüchte über eine Umstrukturierung der Schulden – und damit die Pleite für das Land – andererseits: Die Wahl, die die Griechen treffen müssen, geht mit einer Art Staatsverfall einher, sorgt sich der Kolumnist Pantelis Kapsis.
Trotz der leichteren Bedingungen für das Hilfspaket, sehen die Griechen mit wachsender Skepsis in die Zukunft. Sie trauen ihrer Regierung das Meistern der Krise nicht zu. Dabei besitzt das Land einen unschätzbaren Reichtum: seine Jugend, die derzeit der Krise geopfert wird.
Nach einem Jahr harter Sparmaßnahmen steht die Regierung von Giorgos Papandreou immer noch vor dem Risiko eines Staatsbankrotts, dem Misstrauen der Finanzmärkte und fehlender Solidarität einiger europäischer Länder. Die Griechen zeigen immer deutlicher ihren Argwohn.
Mit neuem Vorzeigepersonal, harten Sparmaßnahmen und hohen Strafen für Steuerbetrüger versucht Athen, seine internationalen Auflagen zu erfüllen. Doch noch immer wird getrickst, auch von Seiten des Staates, schreibt der Spiegel. Auszüge.
Die Athener Bäcker führen einen Einheitspreis von 50 Cent für Brot ein, denn die Griechen kaufen davon immer weniger. Eine Initiative, die sich auf andere Gewerbe ausweiten könnte.
Schockiert ist die griechische Presse über den Tod von drei Personen. Sie fielen den in Athen von Gewerkschaften organisierten Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung zum Opfer. Drei Angestellte einer Bank sind in den Flammen eines Brandes in ihrer Filiale ums Leben gekommen. Ausgelöst wurde dieser durch Molotow-Cocktails, den vermummte Demonstranten geworfen hatten, obwohl bei den Auseinandersetzungen zwischen ihnen und der Polizei bereits mehrere Menschen verletzt wurden.
Wenn die Regierung und die gesamte politische Führungselite "eine Krise" verhindern will "wie es sie noch nie gegeben hat", dann sollte sie auf die Unzufriedenheit der Demonstranten reagieren, die gegen die Sparmaßnahmen protestieren, meint der Leitartikler Giorgos Delastik.
Die von den Geldgebern IWF und EU geforderten und von der Regierung angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung der Staatsausgaben und des Defizits sind "ungerecht", "brutal" und "beispiellos", urteilt To Ethnos. Für die Zeitung wischt man damit fünfzig Jahre alte soziale Errungenschaften einfach vom Tisch.
Am 21. April begannen die Gespräche zwischen Athen, der EU und dem IWF. In Griechenland aber wächst die Angst über die Konditionen für die gewährten Kredite zu Überwindung der Finanzkrise. Als Beispiel hier die Meinung des führenden Leitartiklers der Tageszeitung To Vima.
Von Griechenland bis Irland ermahnt die Europäische Union ihre Mitgliedsländer zur Durchsetzung schmerzhafter Einschnitte bei den Staatsausgaben. Jedoch wächst die Kritik an diesem „Spar-Kult“, der Europa noch weiter in die Rezession treiben könnte.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Indem sie, wie Anfang der Woche EU-Kommissarin Neelie Kroes, den Euro-Austritt Griechenlands in Erwägung ziehen, scheinen die Politiker das Terrain auf diese Eventualität vorbereiten zu wollen. Zum selben Zeitpunkt verhandelt Athen noch mit den privaten Gläubigern über einen Forderungsverzicht.
Eine Staatspleite Griechenlands ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Sie würde die Europäische Zentralbank gefährden. Um das zu vermeiden, müssen die Staaten in die Tasche greifen und Garantien geben, meint der Wirtschaftswissenschaftler Melvyn Krauss.
In Athen geht der Nervenkrieg um den Schuldenschnitt ins Finale. Die Verhandlungen zwischen privaten Gläubigern und Regierung stocken gefährlich. Bevor Griechenland 130 Milliarden Euro Hilfe bekommt, soll es Reformerfolge vorweisen – die aber sind bei allem guten Willen nicht zu erreichen.
Das Eintreffen technokratischer Regierungen in Griechenland und Italien mag zwar die nervösen Märkte beruhigen, doch es könnte auch Wasser auf die Mühlen der populistischen Parteien sein, die den Mangel an Demokratie innerhalb der EU anprangern, meint Gideon Rachman.
Und würde Griechenland aus der EU austreten, was dann? Es käme zu neuen geopolitischen Umwälzungen im Balkan, warnt Giorgos Prevelakis, Professor für Geopolitik. Die EU selbst müsste sich zudem eingestehen, dass ihr es in dreißig Jahren Mitgliedschaft nicht gelungen ist, das Land zu “europäisieren”.
Die Ratingagenturen lassen sich vom neuen Rettungsplan der EU offensichtlich nicht beeindrucken. Wenn die Griechen auf einen grünen Zweig kommen wollen, brauchen sie einen Methodenwechsel und eine entwicklungsorientierte Politik, meint ein Kolumnist.
Auf dem Sondergipfel der Eurozone wird sich entscheiden, ob die Griechenlandkrise gelöst werden kann. Dafür sei es höchste Zeit, meint ein Kolumnist aus Athen. Denn die Griechen haben es satt zu tun, was von ihnen verlangt wird, ohne dafür echte Gegenleistungen zu erhalten.
Standard & Poor's gibt dem griechischen Staat das niedrigste Rating der Welt. Der Wirtschaftsredakteur der Irish Times ist der Meinung, das seit Jahrhunderten zerrüttete politische und wirtschaftliche Leben des Landes lasse darauf schließen, dass auch die 16 anderen Länder der Eurozone gefährdet sind.
Umschulden, um Griechenland zu retten: Nach und nach setzt sich diese Idee durch, auch wenn sich Regierungen und Wirtschaftsexperten nicht alle einig sind. Für die europäische Presse muss vor allem schnellstens eine dauerhafte Lösung gefunden werden.
So kann man den Euro nicht retten, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Mit ihrem Geheimtreffen zur Griechenlandkrise haben die EU-Finanzminister das letzte Vertrauen der EU-Bürger in ihre Regierungen verspielt. Das muss Konsequenzen haben.
Der von den Staaten der Eurogruppe am 2. Mai angenommene Rettungsplan bietet Griechenland einen Ausweg. Doch – langfristig gesehen – bleiben sowohl die Zukunft der Einheitswährung als auch die Führung der EU gefährdet, findet die europäische Presse.
Staaten und Finanzmärkte spielen eine Pokerpartie auf Leben und Tod. Der Euro wird möglicherweise unter den Ruinen des Parthenon versinken. Ein Spieler vor allem kann den Ausschlag geben: Deutschland, dessen nationalistische Strategie das Ende der Währungsunion besiegeln könnte. 































