Dossiers
1989, 20 Jahre danach
On Presseurop
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Rumänien: Die konfiszierte Revolution
21. Dezember 2009România libera Bukarest -
Wahlen in Rumänien: Wanderer, kommst du nach Bukarest...
4. Dezember 2009Libération Paris -
Polen: Ex-Präsident als Rotes Gespenst enttarnt?
2. Dezember 2009PresseuropGazeta Wyborcza -
Mittel- und Osteuropa: Postkommunistische Kreuzungen
2. Dezember 2009Hospodářské noviny Prag -
Tschechische Republik: Demokratie ist Chef- und Jugendsache!
30. November 200912 Respekt Prag -
Tschechische Republik: Stinkefinger in der Samtenen Revolution
23. November 2009PresseuropTýden -
1989: Eine sanft masochistische Revolution
16. November 200910 Lidové noviny Prag -
Slowakei: Presse: Gegängelt in den Druck
16. November 20091 De Volkskrant Amsterdam -
Nach-89: Konformismus ist Trumpf
11. November 2009233 The Observer London -
Berliner Mauer: Dass Polen nicht vergessen wird...
9. November 2009142 Polska The Times Warschau -
Deutschland: Eine Mauer ist gefallen
9. November 2009Presseurop -
Deutschland: Das "Wider" in der Vereinigung
6. November 200937 Cicero Berlin -
Polen-Tschechische Republik: Underground in der '89-Schleife
2. November 2009Respekt Prag -
Tschechische Republik: Die Zeit der Ernüchterung
28. Oktober 200925 El País Madrid -
Ungarn: 13 Gründe, deprimiert zu sein
12. Oktober 2009442 Heti Világgazdaság Budapest -
Herbst 1989: Die Mauer fiel in Leipzig
9. Oktober 200936 Die Zeit Hamburg -
Raketenschutzschild: Wieder Angst vor Russland
18. September 20091 Presseurop -
Dokumentation: Unsichtbare Grenzen filmen
4. September 2009Cafebabel.com Paris -
Rumänien: Das Gefängnis von Sighet, Mekka des "schwarzen Tourismus"
1. September 2009Evenimentul Zilei Bukarest -
Zweiter Weltkrieg: Die unendliche Geschichte
31. August 20091 Presseurop -
Tschechische Republik: Der Kalte Krieg der Geheimagenten
28. August 20091 Respekt Prag -
Leichtathletik: Das Doping-Erbe
20. August 200918 Der Spiegel Hamburg -
Gedenktag: Das Picknick, das Europa veränderte
19. August 200916 Presseurop -
Tschechische Republik - Slowakei: Das doppelte Ländchen
13. August 2009Týden Prag -
Kroatien: Goli Otok, unverdaute Vergangenheit
3. August 200927 Trouw Amsterdam -
Moldau: Die Wahl der Kulturen
28. Juli 20091 Timpul Kischinau -
Rumänien: Wohlfahrtsstaat für (fast) alle
16. Juli 20092 România libera Bukarest -
Nostalgie: Als die Tschechen die Welt entdeckten
16. Juli 200914 -
Mitteleuropa: Archive im Aufwind
9. Juli 20091 Respekt Prag -
Jugend: Die Töchter des Ostens erobern die Welt
26. Juni 2009121 Cafebabel.com Paris -
Ratspräsidentschaft: Tschechiens verpasste Gelegenheit
19. Juni 2009Mladá Fronta DNES Prag -
Polen: Der Anfang vom Ende vor 20 Jahren
4. Juni 20091 Presseurop
Arbeit, Regierung, Infrastruktur: Nach 1989 mussten sich die ehemaligen Ostblockländer neu erfinden. Jedes hat das auf seine eigene Weise und mit mehr oder weniger Erfolg getan, urteilt die tschechische Tageszeitung Hospodářské Noviny.
Der gewaltlose Fall des kommunistischen tschechoslowakischen Regimes am 17. November 1989 fand ohne die Erregung statt, die Revolutionen sonst so an sich haben. Der Journalist Jiří Peňás liefert hier eine psychoanalytische Interpretation der Ereignisse.
Slowakischen Journalisten führen kein ruhiges Leben. Immer wieder müssen sie einer populistischen Regierung die Stirn bieten, die stets das gleiche Ziel verfolgt: ihnen den Maulkorb anzulegen. Dafür erlässt sie Gesetze oder bringt sie vors Gericht. Dennoch schaffen es die Journalisten immer wieder, zahlreiche Skandale aufzudecken.
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wurden die von dem Ereignis ausgelösten Hoffnungen von einer Europäischen Union erstickt, die sich darum bemüht, "Verhaltensweisen und Einstellungen zu standardisieren", bemerkt Henry Porter im Observer.
Für die ganze Welt bedeutet der Fall der Berliner Mauer das Ende des Kommunismus in Europa. Es waren aber die ersten freien Wahlen in Polen, die fünf Monate zuvor abgehalten wurden, die den Weg zum Wandel ebneten. Dabei entstanden nur weniger eindrucksvolle Bilder als beim Mauerfall, stellt der Journalist Jacek Stawiski fest.
Am heutigen 9. November feiern ein wiedervereinigtes Deutschland und ein friedvolles Europa das 20-jährige Jubiläum seit dem Fall der Berliner Mauer, der für das Ende des Kalten Kriegs steht. Die europäische Presse begrüßt das Ereignis, bemerkt jedoch auch, dass das Verschwinden einer bipolaren Welt dem Alten Kontinent nicht unbedingt zuträglich gewesen ist.
Im Oktober 1989 versammelten sich polnische und tschechische Underground-Künstler in Breslau. Anlass: Ein Festival der unabhängigen Kultur. Zwanzig Jahre später erwecken eine Ausstellung und ein Konzert die Solidarität zwischen kulturellen Dissidenten des kommunistischen Regimes in der polnischen Stadt und in Prag zu neuem Leben.
Die kontroverse Europapolitik des tschechischen Präsidenten ist nur eines der Zeichen der Krise und der Demoralisierung, die im Land herrschen. Es kommt noch schlimmer. Ein "mafiöser Kapitalismus" breitet sich wie die Pest aus. Eine pessimistische Analyse des Ex-Präsidenten Václav Havel.
Laut einer kürzlich durchgeführten internationalen Meinungsumfrage gehören die Ungarn zu den zukunftspessimistischsten Völkern. Von den Verlierern der postkommunistischen Übergangszeit bis zu den Ideologen – der Soziologe Elemér Hankiss erstellt die verschiedenen Profile dieser kollektiven Niedergeschlagenheit.
Berlin mit seiner Mauer ist das Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Vor zwanzig Jahren, am 9. Oktober, fand aber die erste Großdemonstration gegen das DDR-Regime in Leipzig statt. Ohne sie, kein Mauerfall, schreibt die Zeit und erinnert an Millionen vergessener Helden des Herbstes '89.
Die Entscheidung Barack Obamas, das von George Bush versprochene Verteidigungssystem in Polen und in der Tschechischen Republik nun doch nicht einzurichten, wurde von beiden Länder nicht sehr gut aufgenommen. Die Presse zeigt sich besorgt über den Einfluss Moskaus in dieser Region.
Der Dokumentarfilm Frontière Intérieure zeigt sieben Porträts von Europäern entlang der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westeuropa. In ihren Augen lebt eine Grenze wieder auf, die heute unsichtbar ist. Ein Gespräch mit den Regisseuren, zwei französischen Studenten.
Hiroshima, Tschernobyl, Ground Zero, Auschwitz… lauter Orte, die Erinnerungen an Massenmorde, Genozide und Katastrophen hervorrufen und die jedes Jahr Millionen von Touristen anziehen. In Rumänien konzentriert sich die Neugier der nach makabren Emotionen heischenden Besucher auf das einstige Gefängnis von Sighet.
Etwa zwanzig Regierungschefs versammeln sich am 1. September im polnischen Danzig, um sich gemeinsam an den 70. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. Die Gedenkfeier findet vor dem Hintergrund der gespannten Beziehungen zwischen Russland und Polen statt, die sich gegenseitig die Schuld am Kriegsausbruch zuschieben. Vorsichtig verfolgt die deutsche Presse ihren Streit.
Am vergangenen 17. August wurden zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Prag, denen Spionage vorgeworfen wurde, des Landes verwiesen. Als Vergeltungsmaßnahme wurden die zwei in Moskau arbeitenden tschechischen Diplomaten am darauffolgenden Tag nach Hause geschickt. Diese Vorfälle zeigen, wie gespannt die Beziehungen zwischen Russland und seinen ehemaligen Satellitenstaaten noch immer sind, die heute zur Europäischen Union und der NATO gehören.
Mit der deutschen Wiedervereinigung erbte die BRD nicht nur die Athleten der ehemaligen DDR und deren fabelhafte Leistungen, sondern auch die teuflische Maschinerie, die mit Hilfe von Anabolika Rekorde am Band ausspuckte. Zwanzig Jahre später hat eine echte Aufarbeitung noch nicht stattgefunden.
Am 19. August 1989 fanden sich mehrere Tausend Menschen in der Nähe des ungarischen Sopron (Ödenburg), direkt an der österreichischen Grenze, zu einem "paneuropäischen Picknick" ein. Das von demokratischen ungarischen Oppositionsparteien und der paneuropäischen Union von Otto von Habsburg organisierte Picknick war die Gelegenheit, mit Erlaubnis der ungarischen Behörden die Grenze drei Stunden lang zu öffnen. Es wurde zu einem der markantesten Ereignisse im Niedergang des Eisernen Vorhangs.
Vor siebzehn Jahren trauerten die Tschechoslowaken noch. Ihr multi-ethnischer Staat mit dem unaussprechlichen Namen, war untergegangen. Die Slowaken vergeudeten die ersten fünf Jahre ihrer Autonomie, doch dann schafften sie es, durchgreifende Reformen umzusetzen. Und während die Tschechen sich mit endlosen innenpolitischen Querelen auseinanderzusetzen hatten, holten die slowakischen "Brüder" auf und führten den Euro ein.
Unter Tito war sie vierzig Jahre lang eine Strafkolonie. Heute soll die kroatische Insel eine Gedenkstätte beherbergen. Für die ehemaligen Insassen ist der Weg zur Anerkennung ihrer Leiden aber immer noch sehr lang, meint die niederländische Tageszeitung Trouw.
Vier Monate nachdem sie gegen den letzten Wahlausgang auf die Straße gingen, begeben sich die Moldawier am 29. Juli zu vorgezogenen Parlamentswahlen an die Urne. Über die Bestätigung der regierenden Kommunisten hinaus steht das Verhältnis zwischen der westlichen und der euro-asiatischen Mentalität auf dem Spiel, schreibt die Tageszeitung Timpul.
2008 bezog fast die Hälfte der Rumänen soziale Unterstützung. Gut gepolsterte Renten für die einen, oder sehr lange Mutterschaftsurlaube für die anderen. Der Staat zeigte sich seinen Bürgern gegenüber großzügig. Einziger Haken: die Arbeitslosen stehen am Rande den Wohltaten zu, die andere bekommen, während die Reichen vom System profitiern.
1989, als das kommunistische Regime gefallen war, brachen tschechoslowakische Autobusse auf, die großen Städte Europas zu erobern... und ihre Einkaufsmeilen. Zwanzig Jahre später erinnert Lidové Noviny an die Zeit, als das Abenteuer noch in der Ecke eines Parkplatzes wartete.
In den ehemaligen Ostblockländern treibt die Frage nach den alten Archiven der Geheimpolizei immer wieder die öffentliche Meinung um. Zwischen dem Wunsch zu verstehen und dem zu vergessen hält es jedes Land etwas anders mit der Aufarbeitung - je nachdem wie der Übergang zur Demokratie sich vollzog.
Sie sind Mitte der 1980er Jahre in den damaligen Ostblock-Ländern geboren. Heute sind sie 20 Jahre alt und nutzen ohne Komplexe die Öffnung ihrer Gesellschaften zum Kapitalismus. Ein Treffen mit den neuen "working girls" Europas.
Tschechien hat während der sechs Monate an der Spitze der EU viel von sich Reden gemacht. Allerdings wegen seines Euroskeptizismus und mangelnden Ehrgeizes, bedauert der Politologe Lukáš Macek in Mladá Fronta DNES.
Polen feiert zwanzig Jahre politischer Unabhängigkeit. Doch die Gefühle sind gemischt. Während Gazeta Wyborcza ihr Glas auf ein freies, jedermann gehörendes Polen erhebt, beklagt Pawel Lisicki in Rzeczpospolita eine Zeit des "Gedächtnisschwunds und des schwindenden Sinns für Staatsbürgerpflichten."