Thema
Wohin steuert Europa?
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Integration
Föderales Europa gefällig?
12. Oktober 20103The Independent London -
Diskussion
Geist Europas, bist du noch hier?
10. September 2010Philosophie Magazine Paris -
Europa in Fragen
Die kopflose EU
30. August 20102Trouw Amsterdam -
Wohin steuert Europa / 10
Eine multipolare Union
29. Juli 2010Gazeta Wyborcza Warschau -
Wohin steuert die Union? / 9
Einem chaotischen Korallenriff gleich
12. Juli 2010Respekt Prag -
Wohin steuert die Union / 8
Im Wahn des "Immer-mehr-Europa"
5. Juli 20101Público Lissabon -
Wohin steuert die Union / 7
Krise stellt Ost gegen West
1. Juli 2010La Repubblica Rom -
Wohin steuert die Union? / 6
Gebt den Behörden die Zügel
23. Juni 20101Corriere della Sera Mailand -
Wohin steuert die Union / 5
Dichtmachen verboten
15. Juni 2010L'Espresso Rom -
Wohin steuert die Union? / 4
Zurück in die harte Gegenwart
28. Mai 2010Gazeta Wyborcza Warschau -
Wohin steuert die Union? / 3
Unser europäisches Einheitsschicksal
26. Mai 20104Die Zeit Hamburg -
Wohin steuert die Union? / 2
EWG, die ideale Formierung
25. Mai 20101Der Spiegel Hamburg -
Wohin steuert die Union? / 1
Zerrissene Bande
21. Mai 2010Die Presse Wien -
Editorial
Trotzdem beste Glückwünsche
9. Mai 20102Presseurop
Während es eine erneute Vertrauenskrise durchlebt, hat sich Europa in zwei gegnerische Lager geteilt: Die einen wollen das föderative Projekt wieder ankurbeln, die anderen wollen eine losere Mitgliedschaft im britischen Stil. Und es ist sehr schwer zu sagen, welche Lösung die bessere ist.
Der Niedergang Europas ist ein Gedanke, der im Trend liegt. Verstärkt wird er durch die schlechten wirtschaftlichen und demografischen Indikatoren. Doch eine Zivilisation wird auch nach ihrer schöpferischen Kraft beurteilt, wie uns ein französischer Intellektueller erinnert.
Die EU durchlebt derzeit eine Wirtschaftskrise sowie politische und soziale Schwierigkeiten, doch es scheint ihren führenden Köpfen an Durchsetzungswillen zu fehlen, um dem abzuhelfen. Der Politologe Rob de Wijk fordert sie dazu auf, die Tendenz umzukehren, um den Niedergang des Kontinents zu bremsen.
Länder, die ihre eigene Agenda verfolgen, Deutschland und Frankreich, die den Spitzenplatz in der Union beanspruchen und wichtige Entscheidungen, die bei informellen Treffen getroffen werden: die Union driftet auseinander, meint der polnische Philosoph und EU-Experte Marek Cichocki.
Die Griechenlandkrise, die deutsche Strenge, das neue Gleichgewicht der Welt: Die letzten Monate durchlief die EU harte Zeiten. Dies soll sie aber nicht daran hindern, sich eine neue Identität in einer leicht veränderten Form zu schaffen, versichert der deutsche Journalist und Politologe Josef Joffe.
In Anbetracht des Bankrott-Risikos der höchstverschuldeten EU-Mitgliedsstaaten haben die EU-27 Gegenmaßnahmen ergriffen, die in die Richtung einer tieferen Integration gehen. Doch wieder einmal wurden die Schritte eingeleitet, ohne vorher die Meinung der Europäer eingeholt zu haben, bedauert Público.
Die Annährung von West- und Osteuropa wurde von der Wirtschaftskrise verlangsamt, vielleicht sogar gestoppt. Die Länder des ehemaligen Ostblocks müssen mit ansehen, wie die Werte, für die sie gekämpft haben, pervertiert werden. Der strauchelnde Kapitalismus bremst ihre Begeisterung für die liberale Demokratie, schreibt der bosnische Literaturwissenschaftler Predrag Matvejević.
Genau dann, als es die Einführung der Einheitswährung erfordert hätte, blieb Europa ohne echte Führung. Angesichts der Euro-Krise und der Fragmentationsgefahr der EU ist es höchste Zeit, dass die nationalen politischen Verantwortungsträger wirklich unabhängigen europäischen Behörden weichen.
In Krisenzeiten haben Abkapselung, Egoismus und die Angst vor dem Fremden Hochkonjunktur bei Regierungen und Bürgern. Dabei gehören Einwanderer jetzt ebenso zur europäischen Landschaft wie ihre alteingesessenen Mitbürger, meint Schriftsteller Tahar Ben Jelloun.
Jahrelang lebte die Union mit einer politisch korrekten Fiktion: Alle Länder haben dieselben Rechte. Doch um das europäische Modell verteidigen zu können, müssen Bürger und Eliten lernen, Klartext zu reden, meint der bulgarische Politologe Ivan Krastev.
Getreu dem Vorbild der deutschen Kanzlerin verschanzen sich Europas Spitzenpolitiker hinter Volkes Willen, um ihre eigene Trägheit zu erklären. Wer jedoch der Krise begegnen und die europäische Idee wiederbeleben will, der braucht ein politisches Rückgrat, warnt der Philosoph Jürgen Habermas. Auszüge.
Sie hadern mit ihrer Freundschaft. Der Umgang mit der Euro-Krise zerstört die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich. Alleingänge abseits von EU-Institutionen werden zum Spaltpilz der Europäischen Union, schreibt die Wiener Presse. 


