Dossiers
Die Euro-Zone im Krisentaumel
Der Domino-Effekt
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Europäischer Rat: Ja, der Euro ist sterblich
28. Juni 2012139 39PresseuropLe Monde, Handelsblatt, Público & 2 weitere -
Europäischer Rat: Europas Vietnam
28. Juni 2012151 120 La Repubblica Rom -
Eurozone: Das deutsche Endspiel um den Euro
26. Juni 2012195 202 Süddeutsche Zeitung München -
Schuldenkrise: Zypern nähert sich der EU - weil es muss
26. Juni 201232PresseuropO Phileleftheros, Politis -
Krise in der Eurozone: Römisches Treffen zur Rettung des Euro
22. Juni 201246 10PresseuropL'Espresso, Le Figaro, La Stampa, El País -
G20: Monti leugnet Rettungsschirm, will jedoch Geld vom EFSF
20. Juni 201259 16PresseuropThe Daily Telegraph, The Guardian, Corriere della Sera -
Debatte: Zurück ins demokratische Mittelalter
19. Juni 2012459 15 The Daily Telegraph London -
Griechenland: Das Schlimmste wurde vermieden... vorerst
18. Juni 201271 6PresseuropJornal de Negócios, Frankfurter Rundschau, La Vanguardia & 2 weitere -
Italien: In Rom ist Rettung kein Tabu mehr
15. Juni 2012262 164 Linkiesta Mailand -
Zypern: Schnell, ein Schuldenplan!
13. Juni 201283 8 Cyprus Mail Nicosia -
Schuldenkrise: Italien glaubt sich sicher
13. Juni 201251 125PresseuropLa Stampa, Il Sole-24 Ore -
Bankenkrise: Die große Lüge
12. Juni 2012419 28 Jornal de Negócios Lissabon -
Spanien: Pokern um die Rettung-Light
11. Juni 2012106 68 El País Madrid -
Banken-Krise: Spanien zwischen Panik und Prognose
6. Juni 2012162 166 La Vanguardia Barcelona -
Deutschland: Die Krise steht vor der Tür
5. Juni 2012121 12PresseuropSüddeutsche Zeitung, Der Spiegel -
EU Wirtschaftsempfehlungen : Die Krise wird schlimmer, doch Brüssel schaut weg
31. Mai 2012330 86 The Guardian London -
Bankenkrise: Kommt Madrid von allein wieder auf die Beine?
29. Mai 2012212 43 El País Madrid -
Eurozone: Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen
23. Mai 2012103 77 El País Madrid -
Spanien: Mit ein wenig Disziplin wird alles gut
18. Mai 201257 18 El Mundo Madrid -
Editorial: Auswegslos?
18. Mai 201247 2Presseurop -
Griechenland-Krise: Der Euro-Ausstieg: ein Bluff
15. Mai 2012296 84 La Stampa Turin -
Euro-Zone: Die Banken könnten den Euro sprengen
14. Mai 2012356 44 NRC Handelsblad Amsterdam -
Euro-Zone: Das wäre Europa ohne Griechenland
11. Mai 2012270 233 El País Madrid -
Wirtschaft: IWF, der schwierige Verbündete
18. April 2012199 122 NRC Handelsblad Amsterdam -
Eurozone: Eine teure Illusion
2. April 2012295 8 De Volkskrant Amsterdam -
Wirtschaftskrise : Westeuropäer sparen mehr
2. April 201240 1PresseuropDziennik Gazeta Prawna -
Eurozone: Der Sturm ist vorüber. Politiker, jetzt seid ihr dran!
14. März 2012105 57 La Stampa Turin -
Griechenland: Der vereitelte Schiffbruch
9. März 201294 146 To Ethnos Athen -
Fiktion: Per Anhalter durch die Eurokrise
2. März 2012344 10 Cicero Berlin -
Eurokrise: Großer Räumungsverkauf in Europa
21. Februar 2012521 57 The Independent London
Sparpolitik gegen Wachstumspakete
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Frankreich-Italien: Wachstums-Achse gegen Spar-Achse
15. Juni 201256 20PresseuropLe Monde, La Repubblica, La Stampa -
Schuldenkrise: „Deutschland hat aus der Geschichte nichts gelernt“
11. Juni 2012115 36PresseuropDer Spiegel, Financial Times -
Irland: Warum der Fiskalpakt nötig ist
30. Mai 201254 1 The Irish Times Dublin -
Irland: „Nein, aber...“ zum Fiskalpakt
30. Mai 201273 63 The Irish Times Dublin -
Euro-Zone: Das Ende der deutschen Hegemonie
24. Mai 2012260 91 To Vima Athen -
EU-Gipfel: Wachstum - ein magisches Wort
23. Mai 2012249 26 Trouw Amsterdam -
Editorial: Lasst die Debatte beginnen!
27. April 2012172 8Presseurop -
Schuldenkrise: Schluss mit der europäischen Sparpolitik?
24. April 2012564 44 The Guardian London -
Wirtschaft: 2012, die Hollande-Revolution
24. April 2012353 10 El País Madrid -
Beschäftigung: Eine einmalige Gelegenheit für Unternehmer
23. März 20122075 53 Frankfurter Rundschau Frankfurt -
Fiskalpakt: Der Sieg der Margaret Thatcher
12. März 2012285 25 Aftonbladet Stockholm -
Europäischer Rat: Es gibt Alternativen zum Fiskalpakt
2. März 2012158 42 The Independent London -
Europäischer Rat: Europaweite Anti-Spar-Proteste
1. März 2012293 46 Le Monde Paris -
Eurokrise: Europas Abschied von der Solidarität
24. Februar 2012323 86 Financial Times London -
Eurozone: Alles klar, Herr Spar-Kommissar?
30. Januar 2012101 61PresseuropPúblico, Le Monde, Ta Nea & 2 weitere
Eine neue Union
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EU-Gipfel: Montis und Rajoys zweites Westfalen
2. Juli 2012179 42 La Vanguardia Barcelona -
Europäischer Rat: Einen Sprung voraus
29. Juni 2012133 106 France Inter Paris -
Europäischer Rat: Stresstest für Europa
27. Juni 201265 61 El País Madrid -
Europäische Union : Zehn Länder für die Vereinigten Staaten von Europa
20. Juni 20122333 33PresseuropDie Presse -
Debatte: Welchen Weg nimmt Europa in der Krise?
15. Juni 201228 5PresseuropHandelsblatt -
Schuldenkrise: Politische Union: leichter gesagt, als getan
8. Juni 2012117 28PresseuropFinancial Times Deutschland, Financial Times Deutschland, Le Figaro -
Schuldenkrise: Der Preis des Euros: deutsches Geld, französische Unabhängigkeit
6. Juni 201279 41PresseuropSüddeutsche Zeitung -
Krise in der Eurozone: Hier kommen die Vereinigten Staaten von Europa
5. Juni 2012799 91 The Guardian London -
Euro-Krise: Ein Maastricht II für Spanien- und Zypern-Rettung?
4. Juni 201292 15PresseuropDiário económico -
Euro-Zone: Barroso plädiert für Bankenunion
31. Mai 201242 21PresseuropDer Standard -
Debatte: Europa hat jetzt die Wahl
25. Mai 201298 29PresseuropThe Economist -
Europäischer Rat: Krise? Da ist der Ausweg!
24. Mai 2012162 120 France Inter Paris -
Debatte: Die große Koalition Europas
16. Mai 2012159 15 Süddeutsche Zeitung München -
Schuldenkrise: Wachstum lässt sich nicht einfach so kaufen
19. April 2012272 94 Dagens Nyheter Stockholm -
Europäische Union : Deutscher Minister will neue EU-Verfassung
15. März 201297 8PresseuropThe Times -
Editorial: Die neue Ordnung
3. Februar 201259 21Presseurop
Editorial
Zwei Jahre sind vergangen seit dem die 27 Mitgliedstaaten am 9. Mai 2010 überzeugt davon waren, die Gefahr des Zusammenbruchs des Euros gebannt zu haben, als sie einen Rettungsfonds in Höhe von 750 Milliarden Euro auflegten.
Aber die Krise weitete sich weiter aus und traf auch so wichtige Länder wie Spanien oder Italien. Das Geld, das den krisengeschüttelten Ländern zur Verfügung stand, hat die Märkte nicht daran gehindert, für weitere Instabilität der Einheitswährung zu sorgen.
Zugleich schwächten die Sparmaßnahmen die Wirtschaft und verschlechterten den Lebensstandard der Europäer. Man muss also nach anderen Lösungen suchen. Im Jahr 2012 stehen die Vergemeinschaftung der Schulden und das Wachstum im Zentrum der Debatte.
Aber dafür müssen sich die Europäer vielleicht auf eine noch engere Union einlassen. Ein neues Europa, um der Krise zu entkommen? Das ist die Frage, die dieses Dossier erklären will.
Der Europäische Rat kann sich einen neuen Kompromiss auf kurze Sicht nicht erlauben, warnt die europäische Presse. Die führenden Politiker in Europa müssen die Gefahr des Zusammenbruchs der gemeinsamen Währung – und damit der ganzen EU – ernst nehmen.
Die siebenundzwanzig EU-Staaten versammeln sich zum x-ten „Gipfel der letzten Chance“. Vehement halten sie an ihren Standpunkten fest, blasen trotz allem weiterhin in ein und dasselbe Horn und hoffen, dass sich die Krise ganz einfach selbst löst. Ein bisschen so wie diese US-amerikanischen Generäle, die außerstande waren, den Krieg zu beenden und Vietnam immer und immer wieder bombardierten, kritisiert Barbara Spinelli.
Das Endspiel um den Euro hat begonnen, und vor dem EU-Gipfel wird Angela Merkel entscheiden müssen, ob und wie Deutschland in der Lage ist, die Gemeinschaftswährung zu retten, warnt die Süddeutsche Zeitung.
Seit Wochen kursieren die Gerüchte, doch letztendlich war es der britische Daily Telegraph, der am Ende des G20 in Mexiko das Tabu brach und enthüllte, dass Spanien und Italien kurz vor dem Rettungsschirm stehen. Doch ist der Plan, EFSF-Gelder zum Aufkauf von Schulden zu verwenden, wirklich ein Rettungsschirm?
Die verheerenden Auswirkungen der Sparpolitik auf die griechische Bevölkerung sind eine Warnung, dass die Geschichte kein endloser Steigflug zu Fortschritt und Erleuchtung ist. Zivilisationen können auch zusammenbrechen, warnt Boris Johnson.
Am Tag nach der Wahl, die den „Pro-Memorandum“-Parteien zum Sieg verhalf, drückt die europäische Presse ihre Erleichterung aus: Zunächst scheint die Hypothese eines griechischen Austritts aus der Eurozone vereitelt zu sein. Doch die Krise der gemeinsamen Währung ist noch lange nicht vorüber.
Trotz der Beteuerungen der Regierung prüft das italienische Finanzministerium bereits mit den Vertretern der Troika die Modalitäten einer Rettung. Angestrebt sei eine „Light-Lösung“, die es nicht erlaubt, die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums mit Griechenland zu vergleichen.
Seit Wochen lag es in der Luft: Nikosia steht kurz davor, die EU um eine Notfall-Hilfspaket von geschätzten 3-4 Milliarden Euro zu bitten. Damit will es seine von den griechischen Schulden gebeutelten Banken rekapitalisieren. Die Zeit drängt, berichtet die englischsprachige Tageszeitung Cyprus Mail.
Der Zusammenbruch des spanischen Bankensystems ist eine staatliche Schande, meint der Leiter des portugiesischen Jornal de Negócios. Denn er ist auf die Komplizenschaft von Banken und Politikern und die Verleugnung der Krise zurückzuführen. Die Konsequenzen tragen aber die Bürger.
Nachdem sie wochenlang abstritt, dass der spanische Bankensektor Hilfe brauchte, entschloss sich die Regierung in Madrid doch dazu, die EU um ihre Unterstützung zu ersuchen. Und pokerte geschickt, damit auch die Deutschen mitmachten. Hier die Entschlüsselung.
Bis zu dieser Woche hat Madrid geglaubt, man könne mit Bankenhilfen bis zur Wahl in Griechenland warten. Weil sich keine einfache Lösung zeigt, herrscht jetzt Panik.
Trotz deutlicher Beweise, dass ihre Sparpolitik die kämpfenden Mitgliedsstaaten immer weiter in die wirtschaftliche Agonie treibt, veröffentlichte die Europäische Kommission am 30. Mai ihren wirtschaftlichen Jahresbericht, in welchem sie eine bankrotte Strategie verteidigen will, so der Wirtschaftsredakteur des Guardian.
Die Beteuerungen des Ministerpräsidenten klingen hohl: Die Bankenkrise, die das Land erschüttert, wird Madrid bald dazu zwingen, sich an die EU zu wenden. Als Gegenleistung für die rettende Finanzspritze wird Spanien sich wohl wie Irland bevormunden lassen müssen.
Griechenland aus der Eurozone austreten lassen? Die spanischen Banken retten? Den Gürtel noch enger schnallen, oder auf Wachstum setzen? Lauter Fragen, auf die die Eurozonen-Chefs beim Sondergipfel am heutigen 23. Mai Antworten finden müssen, wenn sie wollen, dass die Europäer auch in Zukunft noch an das gemeinschaftliche Projekt glauben.
Mariano Rajoys Regierung steht einer neuen Verschlimmerung der Finanzkrise gegenüber und versucht, den Märkten Sicherheiten zu geben und gleichzeitig die Unterstützung der EU zu verlangen. Vergleicht man jedoch ihre Situation mit der Lage in Portugal und Griechenland, merkt man, dass es keine Alternative gibt, stellt El Mundo fest.
Während eifrig über einen eventuellen Austritt Griechenlands aus der Eurogruppe spekuliert wird, sollte man bedenken, dass das Land nicht ohne die Gemeinschaftswährung überleben und Europa sich einen derartigen Austritt nicht leisten kann. Deshalb sollten alle mit offenen Karten spielen.
Legen wir einmal die Debatte „Sparen versus Wachstum“ beiseite. Die Zukunft des Euro spielt sich im Bankensektor ab. Denn mit der Krise sind Banken und Staaten derart miteinander verstrickt, dass sie sich gegenseitig schwächen.
Infolge der politischen Krise ist wieder von einem eventuellen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum die Rede. Dieses Szenario ist allerdings heute noch gefährlicher als früher, weil Spanien dezeit besonders schlecht aufgestellt ist. Die Auswirkungen eines Ausscheidens wären nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch.
Der Internationale Währungsfonds hat gerade Europa vor der Gefahr einer neuen Krise gewarnt. Zwar gehört die Institution zur Troika, die den strauchelnden Ländern Hilfe leisten soll, doch unter dem Vorsitz der neuen Direktorin, der Französin Christine Lagarde, zeigt sich der Retter seit einem Jahr weniger versöhnlich.
Nun ist genug Geld da, um die Eurozone vor einer neuen Krise zu schützen, versicherten die europäischen Finanzminister am 29. März. Zieht aber erst einmal ein neues Unwetter auf, droht dieser buchhalterische Hokuspokus schneller aufzufliegen als man denkt.
Die europäische Wirtschaft scheint den Höhepunkt der Krise überstanden zu haben und befindet sich auf dem Genesungsweg. Nun darf sich die Politik nur nicht mehr zum Sklaven ihrer eigenen Unentschlossenheit und der bevorstehenden unvorhersehbaren Wahlergebnisse machen.
Als die griechische Regierung 85 bis 95 Prozent ihrer Gläubiger überzeugen konnte, einem Schuldenschnitt zuzustimmen, tat sie letzten Endes, was von ihr erwartet wurde. Nun heißt es, den der Bevölkerung auferlegten Opfern einen Sinn zu verleihen.
Und wenn die Eurokrise nur ein perfides Experiment wäre? Aufgestellt von einem globalen Zentralrechner? Der Berliner Kabarettist Horst Evers spielt die Eurokrise durch, aber nach den Regeln des Alternativ-Universums von Douglas Adams. Die Menschheit besteht ihre Aufgabe... nicht.
In ganz Europa suchen Länder nach Möglichkeiten, schnell an Geld zu kommen. Alle scheinen dieselbe Idee zu haben und verkaufen ihr Staatsvermögen.
Irland stimmt am 31. Mai in einem Referendum über den von Deutschland angeregten Fiskalpakt ab. Die Irish Times fordert die Wähler dazu auf, sich auf den Vertrag und nicht auf andere, irrelevante Themen zu konzentrieren.
Mitten in einer Wirtschaftskrise, die noch in konstantem Wandel steht, wäre es für die Iren sinnlos, im Referendum über den Fiskalpakt vom 31. Mai mit Ja zu stimmen. Der Pakt ist derzeit nichts anderes als eine Sammlung von Strafmaßnahmen für disziplinlose Vertragsstaaten. Meldet euch doch später wieder, meint Fintan O’Toole.
Paris hat einen neuen Kurs eingeschlagen, der das Kräfteverhältnis in der Europäischen Union verschiebt und Deutschland und seinem Sparkurs die Führungsrolle streitig macht. In diesem Kontext sehen die Griechen erstmals wieder ein kleines Licht am Ende des Tunnels und schöpfen neue Hoffnung, freut sich Athen.
Seit ein paar Wochen scheint „Wachstum“ das neue Zauberwort zu sein. Doch wie erzeugt man es? Es hat zwar noch keine praktischen Diskussionen zum Thema gegeben, doch Infrastrukturprojekte könnten vielleicht ein Lösungsansatz sein. Auszüge.
Frankreich wird wahrscheinlich einen sozialistischen Präsidenten wählen, der dem Fiskalpakt kritisch gegenübersteht, und die niederländische Regierung bricht über dem Thema Sozialreform zusammen – das Sparmodell der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bezieht Prügel.
Er ist hausbacken, kompromissbereit und pragmatisch. Wenn der sozialistische Kandidat jedoch zum französischen Präsidenten gewählt wird, könnte er das politisch Ruder in Europa herumreißen.
Aufgeweichter Kündigungsschutz, drastische Lohnsenkungen Erhöhung des Rentenalters: Unter dem Druck von Rezession und Staatsschulden schleifen europäische Regierungen reihenweise die Arbeitnehmerrechte. Zur Freude der Arbeitgeber.
Der Anfang März unterzeichnete Fiskalpakt, der den Euro dauerhaft stabilisieren soll, ist nichts anderes als ein „autoritärer Kapitalismus“, wie ihn sich die Eiserne Lady vorstellte. Die Haushaltskürzungen werden allerdings nicht mehr von demokratisch gewählten Regierungen, sondern den Finanzmärkten entschieden, so ein schwedischer Kommentator.
Der neue Vertrag, den 25 Mitgliedsstaaten am 2. März in Brüssel unterzeichnet haben, soll ein neues Zeitalter der fiskalen Verantwortlichkeit und der Wirtschaftsunion einleiten. Er ist jedoch unausgereift und verstärkt das Demokratiedefizit der EU, findet ein britischer Journalist.
Seit dem heutigen Donnerstag, den 1. März, tagt der Europäische Rat und schickt sich an, den Fiskalpakt zu unterzeichnen. Allerdings fechten ein Dutzend Länder, allen voran Italien, die Sparpolitik des “Merkozy”-Paars an. Der Rezession, die Europa droht, wollen sie eine Wirtschaftspolitik entgegensetzen, die das Wachstum wieder ankurbelt.
Die Solidarität, die immer im Kern des europäischen Projekts stand, beruht heute auf nüchternem Eigeninteresse. Will die EU die aktuelle Krise überwinden, muss sie diesen einfachen Grundsatz wieder neu erlernen.
Die 130 Milliarden des zweiten Rettungspakets für Griechenland gegen die Vormundschaft eines europäischen Haushalts-Kommissars in Athen: Dieser deutsche Vorschlag gelangte noch vor dem EU-Gipfel an die Öffentlichkeit und ist nicht mehr und nicht weniger als eine Verletzung der Staatshoheit, findet die europäische Presse.
Die auf Druck Spaniens und Italiens getroffenen Brüsseler Gipfel-Beschlüsse bedeuten vor allem eines: Dreieinhalb Jahrhunderte nach dem Westfälischen Frieden wird der Nationalstaat nur überleben, wenn er Souveränität abgibt.
Bankenunion, neue Investitionen, Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Union...der Gipfel am 28. und 29. Juni sollte Europa neuen Spielraum verschaffen, meint der Leitartikler Bernard Guetta. Schade nur, dass die Verhandlungsführer eher wie in Not geratene Rechnungsführer denn wie Visionäre agieren.
Mit ihrem Vorschlag, verstärkte Haushalts- und Bankenkontrollen einzuführen, stellen sich die EU-Spitzen der von Deutschland angestoßenen föderalistischen Herausforderung. Allerdings könnte diese Initiative bei einigen Staaten auf Widerstand stoßen und auch nicht unbedingt dafür sorgen, dass die Finanzmärkte ihre Angriffsmanöver überdenken.
Angela Merkel will mehr Föderalismus und nimmt dafür ein Europa der zwei Geschwindigkeiten in Kauf. Aber der Vorstoß wirft in Deutschland juristische Probleme auf, und der Graben zu Partner Frankreich wird noch tiefer.
Wenn Deutschland für die Krise der Eurozone zahlen soll, dann ist eine finanzielle und politische Union der wahrscheinliche Preis. Die Pläne dafür werden bereits entworfen, im Hinblick auf den EU-Gipfel vom 28.-29. Juni, der vielleicht eine große Tragweite haben wird.
Am Sondergipfel vom 23. Mai haben die siebenundzwanzig EU-Mitgliedsstaaten akzeptiert, die Diskussionen über gemeinsame Investitionen und Eurobonds zu eröffnen. Damit haben sie es endlich geschafft, die Kluft zwischen „tugendhaften“ und „verschwendirischen“ Ländern zu überwinden. Ein Schritt in Richtung mehr wirtschaftliche Integration.
Bisher war eine ideologische Auseinandersetzung in Europa kaum möglich - aus Mangel an demokratischer Debattenkultur. Mit einem französischen Präsident und einer Kanzlerin, die unterschiedliche politische Leitlinien verfolgen, könnte die Union lernen, zu diskutieren, und somit die Leidenschaft der Europäer neu entfachen.
Um die sozialen Folgen ihrer Sparpolitik zu lindern, wollen die EU-Führungskräfte das Wachstum ankurbeln. Allerdings bringt es nicht viel, immer mehr Geld in die Länder Südeuropas zu pulvern, die nicht einmal über das notwendige wirtschaftliche Fundament verfügen, meint ein schwedischer Kolumnist. 




























