Für die Berliner Regierungskoalition wird der Fall Griechenland zur Zerreißprobe: Die "FDP sucht Machtkampf mit Merkel", titelt die Financial Times Deutschland nach dem x-ten Schlagabtausch zwischen der Kanzlerin und ihren Bündnispartnern. Angela Merkel hatte überrumpelt von den lauten Überlegungen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler zur Insolvenz Athens ihre Kabinettsmitgliedern dazu aufgerufen, nicht mehr offen über eine Pleite Griechenlands zu spekulieren. Umsonst: Unbeeindruckt erklärte der FDP-Generalsekretär Christian Lindner, dass die Deutschen, Deutschland, die Finanzmärkte und die Griechen Klarheit bräuchten. Das könne man mit "Denkverboten" nicht erreichen.
Die wachsende Kakofonie in der deutschen Regierung habe nicht nur sensible Folgen für die anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone (insbesondere eine Zinserhöhung der italienischen Schuldpapiere), sondern alarmiere sogar US-Präsident Barack Obama, berichtet die FTD.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.