In Brüssel ist heute mit Schweißausbrüchen und nervösem Husten zu rechnen: Eine auf der heutigen Titelseite des Irish Independent veröffentlichte Umfrage enthüllt, dass die Unterstützung für das Ja zum Lissabon-Vertrag von seinem 54-prozentigen Hoch im Sommer auf 46 Prozent abgesunken ist. Irlands äußerst unbeliebte Regierung Fianna Fail, die mit einer – wie viele zugeben – glanzlosen Kampagne zur Ratifizierung drängt, kann sich vielleicht noch mit der Tatsache trösten, dass nur 29 Prozent der Befragten angaben, am 2. Oktober mit Nein stimmen zu wollen. Fakt bleibt jedoch, dass niederschmetternde 25 Prozent noch unentschlossen sind über den Vertrag, der nach seiner Ablehnung im Referendum von 2008 in Bereichen wie Neutralität, Abtreibung und einem irischen EU-Kommissar abgeändert und somit den Iren "versüßt" wurde. Mit einem gewissen Maß an Untertreibung erklärte Irlands ehemaliger EU-Parlamentsvorsitzender Pat Cox, angesichts der Ergebnisse "bleibe noch viel zu tun".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.