"Ich habe zwar versagt, aber wählt mich wieder". Die vom griechischen Regierungschef Kostas Karamanlis am 2. September gemachte Ankündigung zu vorgezogenen Wahlen, bei denen er selbst kandidiert, nimmt die griechische Tageszeitung Ta Nea mit Ironie auf. Verschiedene Skandale hatten Kostas Karamanlis ebenso geschwächt wie seine Leitung der Waldbrandeinsätze. Nun rechtfertigt er seine Entscheidung, indem er die Wirtschaftskrise vorschiebt, die das Land so schwer getroffen hat, und ihm die Durchführung besonderer Maßnahmen abverlangt. Die Wahl, bei der eigentlich die sozialistische Opposition als Favorit gilt, könnte laut der linksorientierten Tageszeitung am 4. Oktober stattfinden. Der Aufruf Karamanlis', der die Regierung weiterhin leiten möchte, ist für sie eine reine "Parodie".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.