Das Europäische Parlament wird gewöhnlich wie eine selbstsüchtige Bürokratie dargestellt. – "Das ist falsch", erwidert Konrad Niklewicz in der Gazeta Wyborcza."Denn die Abgeordneten bringen oft Reform auf den Weg, die allen Europäern zu Nutze sind". Ein Beispiel hierfür ist die im Mai 2007 erlassene Verordnung über die Preisgrenzen für die Auslandsnutzung von Mobiltelefonen. Im April des letzten Jahres führte das Parlament ebensolche Höchstgrenzen für SMS und mobile Datendienste ein. Die Folge ist, dass wir nach einem Urlaub in einem europäischen Land, nicht mehr astronomische Handy-Rechnungen bezahlen müssen.
Die Abgeordneten nehmen auch die Fluggesellschaften ins Visier. Letzten Herbst verabschiedeten sie eine Verordnung, die Airlines dazu zwingt ihren Kunden sofort den Gesamtpreis eines Fluges mitzuteilen. Davor war es vor allem bei den Low-cost Gesellschaften Gang und Gäbe, alle möglichen Sondertarife auf den Flugpreis aufzuschlagen: Abfertigungsgebühren, Flughafensteuer oder den obligatorischen Aufschlag bei Online-Zahlung gegenüber der Barzahlung. Ebenfalls im September 2007 beschloss die EU, dass Bahngesellschaften die Verspätungen ihrer Züge finanziell wettmachen müssen (auf eine Verspätung von 60 Minuten kommt so eine Ausgleichszahlung in Höhe von 25 Prozent des Fahrkartenpreises).
Niklewicz schreibt, "eine boshafte Person könnte nun behaupten, dass die Abgeordneten sich mit solchen Themen – Mobiltelefonen, Flugzeugen und Zügen – auseinandersetzen, weil sie diese als Vielreiser und Vieltelefonierer oft benutzen. Aber selbst wenn das wirklich der Fall wäre, dann zögen dennoch Millionen von Europäern ihren Nutzen daraus."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.