„Polizei greift an, während London brennt“, übertitelt The Guardian einen Bericht über die Unruhen in der britischen Hauptstadt, die Samstagabend begannen und sich über das ganze Wochenende hinzogen. Der Tumult startete im nördlichen Stadtteil Tottenham: Nachdem ein Mann am Donnerstag von der Polizei erschossen worden war, kochten die Protestreaktionen über. Polizeifahrzeuge und Gebäude wurden in Brand gesetzt und bis Montag waren, so die linksgerichtete britische Tageszeitung, über 160 Menschen verhaftet und 35 Polizisten verletzt worden, während Aufruhr und Plünderungen auf die Nachbarviertel im Londoner Süden und Osten übergegriffen hatten. Der Innenminister kam aus dem Urlaub zurück, um sich mit der beginnenden Krise zu befassen.
Die Menschenmengen „plünderten mitten am Tag die Läden“, berichtet der konservative Daily Telegraph und bildeten – nach ganz englischer Art – „geordnete Warteschlangen“, um aus einem zerstörten Bekleidungsgeschäft Ware zu stehlen.
Dieses schändliche Verhalten sei nicht zu entschuldigen, schreibt ein Kommentator des Guardian, doch die Polizei, insbesondere die Einheit für Schusswaffenverbrechen, muss auch vorsichtig vorgehen, um die Spannungen nicht zu entfachen, und eine ordnungsgemäße Untersuchung der Schießerei einleiten, die der Auslöser für die Unruhen war. Sonst könnten die Einwohner der ärmeren Viertel von London zu Recht das Gefühl haben, sie seien „als Kriminelle polizeilich überkontrolliert, als Opfer jedoch unterkontrolliert“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.