Die Krise macht Herman Van Rompuy ganz allmählich zu „Mister Euro“, titelt De Standaard. „Die Streitigkeiten zwischen den 17 Euro-Ländern haben viel Schaden angerichtet. Das Durcheinander und die fehlende gemeinsame Politik haben die Märkte an der Eurozone und ihrer Fähigkeit zur Problemlösung zweifeln lassen“ und den Wunsch nach einer einzigen Stimme für die Eurozone verstärkt. Bereits 2008 unterbreitete Nicolas Sarkozy den Vorschlag einer Wirtschaftsregierung, für den er Angela Merkel damals aber noch nicht begeistern konnte. Nun haben sich die Gedanken der Kanzlerin aber „weiterentwickelt“, meint der Standaard.
Besser noch: In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro erklärte der Präsident der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, dass Van Rompuys Kandidatur für die Spitze der Eurozone „logisch und natürlich“ sei und sich die Euro-Gruppe so auch in Zukunft problemlos versammeln könne. Wie De Standaard erklärt, besteht die Eurozone bisher „rechtmäßig aus Finanzministerien, deren Vorsitz der Luxemburger Jean-Claude Juncker innehat“. Der im Rahmen der Eurokrise immer häufiger tagende Europäische Rat wird von Van Rompuy geleitet und setzt sich aus den 27 Mitgliedsstaaten zusammen. Laut Juncker könnte der Vorschlag einer neuen Wirtschaftsregierung beim nächsten Treffen des Europäischen Rats im Oktober ausführlicher besprochen werden.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.