Das Gipfeltreffen der Eurozone läutet das „Ende des griechischen Mythos“ ein, schreibt die Gazeta Wyborcza und merkt an, dass die „europäischen Staatschefs die Eurozone dahingehend verändern wollen, dass die Finanzmärkte ihnen und nicht den Ratingagenturen glauben schenken“. In ihrem Leitartikel schwärmt die Warschauer Tageszeitung, dass Europa sich an die Arbeit mache. Dies werde daran deutlich, dass die europäischen Politiker zum ersten Mal im Vorhinein handelten und einen Plan ausgeklügelt haben, der die griechische Staatsschuldenkrise beenden könnte.
Wichtiger als die Details des Hilfspakets ist aber die dadurch entstehende Gelegenheit, die Ausbreitung der „Schuldenseuche“ auf andere instabile Länder zu untersuchen. Die Gazeta Wyborcza unterstreicht, dass die Griechenlandkrise für ganz Europa eine schmerzvolle Lektion sei. „In der Wirtschaft gibt es keine Wunder. Wer auf anderer Leute Kosten lebt, muss früher oder später den Gürtel enger schnallen. Das ist immer unangenehm. Auch wenn der Gürtel um einen dicken Bauch gespannt ist”.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.