„Kenny wirft Papst vor, Vergewaltigung und Folter von Kindern zu verharmlosen“, titelt The Irish Independent. Nur eine Woche nach der Veröffentlichung des Cloyne-Berichts über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche bläst Taoiseach Enda Kenny zu einem historischen Angriff gegen den Vatikan. Der Bericht über Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen 19 Priester in der südirischen Diözese von Cloyne brachte Verschleierungs- und Behinderungstaktiken der Justiz zu Tage, die geradewegs nach Rom führten. Vor dem Dáil Éireann (Unterhaus des irischen Parlaments) erklärte Kenny: „Vergewaltigung und Folter von Kindern wurden verharmlost oder ‚gemanagt‘, um stattdessen den Vorrang der Institution hochzuhalten, ihre Macht, ihr Ansehen und ihren ‚Ruf‘.“ In seiner Rede, die die Tageszeitung aus Dublin als „markanteste Rede seiner Amtszeit – und vermutlich seiner ganzen Karriere“ bezeichnet, erklärte Kenny, dass die Enthüllungen „die Regierung, die irischen Katholiken und den Vatikan an einen historischen Scheideweg geführt haben“. Auch wenn sich der Vatikan bisher nicht geäußert hat, wird „Kennys Rede die ganze katholische Hierarchie und den Vatikan zum Zittern bringen“, meint der Irish Independent und schreibt weiter: „In der Vergangenheit war das Verhältnis Irlands zum Heiligen Stuhl eher untertänig“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.