Er ist der Rekordkanzler der Deutschen, Architekt der Wiedervereinigung, der Währungsunion, Ehrenbürger Europas und war lange Angela Merkels politischer Ziehvater. Aber heute hadert Helmut Kohl mit Merkels Europapolitik, titelt der Tagesspiegel. 81 Jahre alt und sparsam mit politischen Kommentaren hat der Altkanzler harte Kritik an seiner Nachfolgerin zum Nachrichtenmagazin Spiegel durchsickern lassen. “Die macht mir mein Europa kaputt“, soll er gegenüber einem Vertrauten geklagt haben. Die Politik der Kanzlerin in der Eurokrise sei „sehr gefährlich“. Kohl hat den Satz, der Sonntag für Schlagzeilen in der Presse sorgte, inzwischen dementiert und versucht, die Aufmerksamkeit auf Fehltritte des sozialdemokratischen Kanzlers Gerhard Schröder zu lenken. Dieser habe den Stabilitätspakt aufgeweicht und Griechenland in die Eurozone gelassen. Das ändert nichts mehr an der heutigen Stimmungslage in der Presse, darunter in der Berliner Tageszeitung, zu Merkels Politik: „Eher erscheint es so, dass sie nichts anzufangen weiß mit ihrer Macht für die res publica, die Gesellschaft, sondern alles vom Moment diktiert wird und von der Situation, in der sie sich gerade befindet.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.