Seit 2006 haben sich die Gewinne von Moody's, Standard&Poors und Fitch in Spanien verdreifacht. „Risikoagenturen: Ein gutes Geschäft“, ironisiert El Périodico. „In dem Augenblick, in dem es scheinbar nicht noch schlimmer kommen kann und die Eurozone auseinanderzubrechen droht, holt eine der drei Agenturen zum Todesstoß aus“, klagt die Tageszeitung aus Barcelona an. So wurde Griechenland am 13. Juli von Fitch herabgestuft. Aber es hätten auch „Moody's oder Standard&Poors sein können“ seien sie doch alle Teil dessen, was die Europäische Union „das Oligopol" getauft hat.
Für die Tageszeitung ist die Sache „ebenso einfach wie erstaunlich“: „Ihr extrem großer Einfluss auf die Finanzwelt und die fehlende nordamerikanische Regulierung“ haben diese Agenturen „an und für sich zu einem großen Problem gemacht. Vor allem für die Staaten.“ Indem die Agenturen die Staatsschulden „so begeistert bewerten“, zwingen sie die Staaten dazu, „die von der Krise gerissenen Löcher mit öffentlichen Geldern zu stopfen. Dabei begann die Krise mit Subprime-Hypotheken, deren Derivate wenige Tage bevor die Blase platzte“ von denselben Agenturen „beste Bewertungen erhielten“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.