„Italien hält den Atem an“, titelt der Corriere della Sera. Nach wochenlangen Gerüchten hat nun vielleicht der befürchtete Spekulationsangriff auf Italien begonnen. Die Mailänder Börse stürzt im freien Fall ab – letzte Woche verlor sie über sieben Prozent und öffnete am heutigen Montag bei -1,26 Prozent – und die Differenz zwischen den italienischen und den deutschen Zehnjahresanleihen (jeweils 5,45 Prozent und 2,66 Prozent) erreichte ein Rekordhoch. Der Sturz wurde durch die Verluste des Berlusconi-Konzerns noch verschlimmert, nachdem ein Gerichtsurteil entschied, dass Fininvest, eine Holding des Ministerpräsidenten, dem rivalisierenden Konzern Cir wegen einer korrupten Übernahme 560 Millionen Euro erstatten muss.
Politische Instabilitätsfaktoren, so etwa die Richtungskämpfe innerhalb der Koalition, die den neuen Staatshaushalt blockieren, seien der wahre Grund für das verminderte Vertrauen der Märkte in eine italienische Wirtschaft, die doch in der Lage sei, den Sturm zu überstehen, heißt es im Editorial der Stampa. Es sei an der Zeit für Italien, ernsthafte Selbstdisziplin zu beweisen, und für Europa, an der Solidaritätsstrategie festzuhalten, angefangen beim heutigen Ratstreffen. „Heute beginnt eine Woche, in welcher das Urteil der Finanzmärkte über Italien ausschlaggebend sein wird. Um Katastrophen zu vermeiden, brauchen wir von Italien, Europa und von Italien innerhalb Europas die richtigen Entscheidungen.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.