„Mit den Ausgaben der EU-Parlamentarier steht Europa ein Unwetter bevor“, titelt der The Independent den Bericht über den Missbrauch von Parlamentsmitteln. Die Brüsseler Volksvertretung will den seit 2008 verbissen geheilgehaltenen Bericht nun veröffentlichen. Wie die britische Tageszeitung schreibt, folgt es damit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der das „vorrangig öffentliche Interesse“ der Bekanntmachung hervorhob. Die 2009 durchgesickerten und in der Sunday Times gedruckten Auszüge war ein langes Justizverfahren gefolgt. Der Bericht enthält detaillierte Angaben zu den Ausgaben der EU-Parlamentarier für nicht zugelassene Assistenten und Jahresendprämien. Für den Independent ist es „unwahrscheinlich, dass die wiederaufflammenden Vorwürfe des Steuergeldmissbrauchs durch EU-Abgeordnete in den Straßen Athens und dem Rest der Union auf Begeisterung stoßen werden.“ Zumal „sich die EU dabei schwer tut, Länder wir Griechenland, Irland und Portugal zur Einhaltung eines harten Sparkurses zu bewegen.“ Für den britischen Abgeordneten Chris Davies, der den Bericht durchsickern ließ, ist heute ein wichtiger Tag für die EU: „Unter lautstarken Protesten nähert sich das Parlament Stück für Stück der Transparenz.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.