Mit der Festnahme von Geschäftsmann und Berater Luigi Bisignani gerät die „Politik ins Zittern“, titelt La Stampa. Wie der Rest der italienischen Presse spricht auch sie bereits von „Akte P4“ (bezugnehmend auf die geheime Freimaurer-Loge P2, die in den 1970er Jahren die demokratischen Institutionen zum Sturz bringen sollte). Nach Aussagen der Fahnder sei der ehemalige Journalist Bisignani das Oberhaupt „einer geheimen Vereinigung, deren Mitglieder dank ihrer Kontakte zu Politikern, Beamten und Unternehmern vertrauliche Informationen zusammentragen, um andere damit zu erpressen oder Druck auszuüben, aber vor allem um sich persönliche Vorteile zu verschaffen“. Beispielsweise bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und hoher Posten, erklärt die Tageszeitung aus Turin. Ganz besonders hebt La Stampa die Nähe Bisignanis und Silvio Berlusconis hervor, der das Ganze eine x-te „Verschwörung“ der Staatsanwaltschaft gegen ihn nennt. Allerdings schließt die Zeitung eine Verbindung dieser neuen Affäre und der kürzlichen Wahlenttäuschungen des Regierungschefs aus, dessen politische Geschichte „sich offenbar ihrem unweigerlichen Ende nähert“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.