Die Entscheidung der brasilianischen Behörden, den italienischen Ex-Terroristen Cesare Battisti nicht auszuliefern, hat in Italien eine Welle der Empörung hervorgerufen, und an aller erster Stelle beim italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano, wie La Repubblica titelt. Napolitano beschuldigt Brasilien, mit der Freilassung Battistis internationale Abkommen verletzt zu haben. Battisti wurde in Italien in Abwesenheit für vier Morde während der Bleiernen Jahre zu lebenslanger Haft verurteilt, Beschuldigungen, die er stets zurückgewiesen hat.
Italiens Regierung kündigte unterdessen einen Appell gegen die Entscheidung Brasiliens am Internationalen Strafgerichtshof von Den Haag an. „Die Brasilianer meinen, sie hätten eine linke sprich: sozialistische Entscheidung gefällt“, kommentiert die Tageszeitung aus Rom. „Sie meinen, einen Garibaldi, einen Che, einen Freiheitshelden gerettet zu haben. Dabei hatte Battisti nur die Hand am Abzug wie jeder gewöhnliche Mörder.“ Seine Freilassung „ist ein Fleck der Lüge auf dem Andenken der Opfer und auf der Geschichte unseres Landes.“
Die Tageszeitung macht ebenfalls mit den zwei Volksabstimmungen auf, die am 12. und 13. Juni stattfinden werden, bei denen über den Wiedereinstieg in die Atomkraft, die Wasserprivatisierungen und über die Abschaffung des Gesetzes entschieden werden soll, das es Inhabern hoher Staatsämter (bis zum Regierungschef) erlaubt, einem Prozess „aus berechtigten Gründen“ fernzubleiben. Während Berlusconi für Enthaltung wirbt, betont La Repubblica, dass der „Fukushima-Effekt“ möglicherweise für eine ausreichende Wahlbeteiligung sorgt, um das Quorum zu erreichen. Der Sieg des „Ja“, notiert L’Espresso, „wäre das Ende der Berlusconi-Ära“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
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Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.