Könnte das echte England bitte einmal aufstehen? Während solch erhabene Institutionen wie der IMF (Internationaler Währungsfonds) verkünden, dass Großbritannien eines der Länder ist, das am härtesten von der Weltwirtschaftskrise getroffen ist, die Wirtschaft weiter abnehmen wird und die Arbeitslosigkeit 2009 auf drei Millionen steigen könnte, feiert das Londoner Banken- und Finanzviertel in der ersten Jahreshälfte Rekordgewinne. Der Independent berichtet heute, dass die Barclays Bank Bruttogewinne von 2,98 Milliarden Pfund verbucht hat, was eine Steigerung von 8% gegenüber 2008 bedeutet, während HSBC es geschafft hat, aus so unsicheren finanziellen Zeiten 2,8 Milliarden Pfund zu schlagen.
Auf der Titelseite der Londoner Zeitung verspricht Barclays Capital Geschäftsführer Bob Diamond, der bloß 50 Millionen Pfund pro Jahr verdient, dass die Boni für den Mitarbeiterstab weiterhin siebenstellig sein werden. Sein Argument hierfür ist, dass sich "High-Potentials" bei weniger "nicht für unseren Wirtschaftszweig interessieren würden". Kein Geringerer als Oppositionsführer George Osborne der konservativen Partei reagierte hierauf folgendermaßen: "Die Banken sollten aufpassen, dass sie die Unterstützung der Steuerzahler nicht missbrauchen." Unterdessen verbucht Northern Rock, die als erste Bank zu Beginn der Krise 2008 Pleite ging, Verluste von 724 Millionen Pfund. Und das trotz der 10,9 Milliarden Pfund, welche die Regierung in sie investiert hat.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.