In den Straßen Prags und auf der Titelseite der Mladá Fronta DNES herrschen "Große Trauer". Ion Miclescu, der jüngste Sohn des Roma-Königs Robinson Dimofte, dem in Rumänien eine Gemeinde von 1500 Menschen untersteht, ist am 3. August nach zwei Wochen Koma in einem Krankenhaus der Hauptstadt gestorben. Der junge Mann, der demnächst den Königstitel übernehmen sollte, war bei einem Badeunfall beinahe ertrunken. Das Schicksal dieses "Prinzen" hatte das Interesse der Medien auf sich gezogen, weil einige Dutzend Mitglieder seiner Familie aus Rumänien, Lettland, Frankreich und Deutschland angereist waren und ihre Zelte vor dem Krankenhaus im Prager Stadtzentrum aufschlugen, um ihm beizustehen. "Diese Tragödie und die Schaulust an einem solch intimen Leid unterhält unsere 'fortschrittliche' Gesellschaft gut. Die Reality Show ist zu Ende", kommentiert die Bloggerin Andrea Bartošová auf der Seite der MF DNES.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.