„Meilenstein in der Geschichte des Landes“ und „neue Gelegenheit für Lettland“. So huldigt die Tageszeitung Diena Präsident Valdis Zatlers‘ Fernsehansprache vom 28. Mai, in der er die Parlamentsauflösung forderte und so erstmals von diesem Befugnis Gebrauch machte. Das Titelbild zeigt Demonstranten, die Zatlers kurz nach seiner Rede ihre Unterstützung bekunden. Der Präsident will so nach eigenen Worten die Korruption innerhalb des Parlaments bekämpfen. Erst kürzlich lehnte dieses ab, die Immunität des Vorsitzenden der Ersten Partei Lettlands/Lettlands Weg (LPP/LC) und Industriemagnaten Ainārs Šlesers aufzuheben, gegen den die nationale Anti-Korruptions-Agentur ermittelt. In den kommenden zwei Monaten sollen die Wähler per Referendum über die Parlamentsauflösung entscheiden. Wenn das „ja“ gewinnt, was für Diena so gut wie sicher ist, werden Ende August oder Anfang September Neuwahlen stattfinden. Sollte das „nein“ siegen, wird Zatlers von seinem Posten zurücktreten müssen. Die letzten Parlamentswahlen fanden im Oktober 2010 statt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.