Die jährlich am dritten Mittwoch im Mai stattfindende Rechtfertigungsdebatte, bei der der Ministerpräsident seine Wirtschafts- und Finanzpolitik des vergangenen Jahres zu verantworten hat, wird dieses Jahr von der Stellungnahme des Chefs der Populisten Geert Wilders geprägt, titelt NRC Handelsblad. Dieser habe sich „die Griechenlandkrise zu Nutzen gemacht“. Der Chef der Partei für die Freiheit (PVV), der die liberal-konservative Regierung von Mark Rutte unterstützt, hat bekräftigt, dass „Griechenland ein Fass ohne Boden“ sei und fordert, dass die Exekutive sofort jegliche weitere Darlehen an Athen einstelle. Rutte bezeichnet diese Idee als „verantwortungslos“, denn ihm zufolge hätte der Bankrott Griechenlands enorme Auswirkungen und man dürfe daher keine Risiken eingehen. Die Haager Tageszeitung macht darauf aufmerksam, dass der Chef der niederländischen Zentralbank Nout Wellink gleicher Meinung ist. De Volkskrant erklärt, dass die politischen Spannungen aufgrund der Senatswahlen am 23. Mai in den letzten Tagen angestiegen sind: „Wenn die Koalition keine Mehrheit erreicht, wird die Regierung auf lange Sicht den Anforderungen der PVV nicht gerecht werden können“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.