„Ein Krisenvorsitz“, titelt die Dziennik Gazeta Prawna und zeigt sich darüber besorgt, welche Auswirkungen die Verhaftung von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung wohl haben werden. Nach Angaben der Warschauer Tageszeitung könnte die Unklarheit auf den Finanzmärkten (keine Entscheidung über fortgesetzte Unterstützungen an Griechenland, die Frage von Strauss-Kahns eventuellem Nachfolger) „die Pläne des polnisches Vorsitzes vereiteln“. Weiter bedeute ein Bankrott Griechenlands, der für manche IWF-Experten schon ausgemachte Sache ist, dass „alle anderen EU-Fragen in den Hintergrund gedrängt werden“, so Hugo Brady vom Centre for European Reform in London. Ähnlich denkt auch DGP-Redakteur Andrzej Talaga, der schreibt, „wir könnten im Juli sehr wohl mitten in einer Grundsatzdebatte über die Zukunft der EU stehen, die den [polnischen] Vorsitz und seine Ziele zur Nebensächlichkeit macht“. Deshalb sollte sich Warschau, um in Bereichen wie Ostpartnerschaft oder Energiesicherheit Fortschritte zu erzielen, der Unterstützung durch Deutschland versichern, denn „als führender Geldgeber für die europäischen Schwächlinge wird Berlin in der Debatte am meisten zu sagen haben“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.