Eine deutsche Ministerin, die sich ihrem spanischen Ferienort ihren Dienstwagen klauen lässt, das sorgt für Aufregung, sogar über deutsche Grenzen hinaus. Die Wähler sind schockiert, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt steht unter Druck. "Der gestohlene Wagen ist in aller Munde. Gleichzeitig verschwinden in einer einzigen Bank 102 Milliarden Euro", empört sich die Tageszeitung. Gemeint ist die Rettung der strauchelnden Hypo Real Estate im letzten Herbst. Jeder Deutsche bürge dafür mit 1.200 Euro, weitere Details kennt seien jedoch unbekannt. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss ackere verzweifelt. "Es ist zum Verzweifeln. Sobald es einfach wird, rollt die Empörung. Wenn hingegen im Bundestags-Untersuchungsausschuss über das Wann und Wie von 102 Milliarden Euro Steuergeldern für die Bank Hypo Real Estate geforscht wird, bleibt die Öffentlichkeit kühl", und niemands Karriere sei durch den Skandal gefährdet. Grund für das Berliner Blatt auf seinem Titel zu kalkulieren: "850.000 Dienstwagen sind weg, und keiner regt sich auf".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.