Nach dem ersten Wahlgang der Kommunal- und Regionalwahlen vom 15. und 16. Mai stehen die meisten Kandidaten der Regierungsmehrheit in denkbar schlechter Position im Vergleich zu den Kandidaten des Mitte-Links-Bündnisses. Beispielsweise in Berlusconis Geburtsstadt Mailand, Bühne seines Aufstiegs in Wirtschaft und Politik: Obwohl sich der Regierungschef persönlich am Wahlkampf beteiligt hat, liegt die amtierende Bürgermeisterin Letizia Moratti sieben Punkte hinter ihrem Herausforderer Giuliano Pisapia. Der zweite Durchgang wird am 29. und 30. Mai stattfinden. Für Berlusconi, der „die Wahl zu einem Referendum über sich und seine Regierung hochstilisiert hat“, sei dies eine „politische Ohrfeige“, kommentiert Corriere della Sera. Für den Cavaliere stehe nicht nur der Verlust der ökonomischen Hauptstadt des Landes auf dem Spiel, sondern auch die Allianz mit der Lega Nord, die strategische Fehler seitens der Regierung für die Wahlschlappe verantwortlich macht. Seit dem 16. Mai, schreibt der Corriere, „stellt sich die Frage, ob der Chef, der einst von seinen Anhängern und Verbündeten als Demiurg verehrt wurde, nun zum Sündenbock wird.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.