„Aufgebracht und auf der Straße“, titelt El País zu den Demonstrationen, zu denen sich am Wochenende mehrere tausend Menschen in etwa fünfzig Städten versammelten. Über soziale Netzwerke rief die Bewegung Democracia Real Ya (Echte Demokratie Jetzt) zum Protest gegen die „anti-sozialen“ Wirtschaftsreformen einer Regierung „in den Händen der Banker“ auf. „Unter dem Motto ‚ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Renten, ohne Angst‘ gelang es“ der im April in Universitätskreisen entstandenen Bewegung Democracia Real Ya „zahlreiche junge Menschen zu gewinnen“, berichtet El País. Das Blatt zitiert zudem aus dem Manifest der Bewegung. Dort ist die Rede von der „Sorge und Empörung der Bürger angesichts der Folgen der Wirtschaftskrise und der Reaktion der Politik darauf“. Dagegen betont El Mundo, wie ähnlich der spanische Protest dem „arabischen Frühling“ ist. Schließlich erheben sich „die Menschen aus Sorge um die korrupten und angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Krise untätigen Politiker“ und fordern: „Wählt sie nicht“. „Die immer mehr von der Außenwelt abgekapselten Politiker sollten von der mutigen Zivilgesellschaft zum Handeln gezwungen werden“, schließt El Mundo.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.