„Griechisches Drama ohne Schlussakt“, titelt Die Presse. In den Ländern der Eurozone liegen die Nerven blank, zahlreiche seriöse Medien spekulieren immer öfter vom Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone und die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes erneut herabgestuft (hohes Ausfallrisiko). Die Tageszeitung aus Wien fragt: „Verlässt Griechenland die Währungsunion? Nein. Tatsächlich geht es um etwas anderes. Nach einem Jahr beharrlichen Leugnens müssen sich Europas Regierungen eingestehen, dass der griechische Albtraum nur dann ein Ende findet, wenn man Athen einen Teil der Staatsschuld von bereits 150 Prozent der Wirtschaftsleistung streicht“ und zwar vor Sommer 2013, notiert die Presse. Eine kalte Enteignung der Anleger sei faktisch unmöglich, darum sei von den Regierungen der Eurozone ein Modell zu erwarten, das vor zwanzig Jahren in der Südamerika-Krise funktioniert hat: griechische Anleihen gegen Anleihen aus dem Eurorettungsschirm umtauschen. Problem: Für diese Lösung braucht es die Einstimmigkeit aller Euroländer, insbesondere die Zustimmung Angela Merkels.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.