Jetzt hat es eine alte Streitfrage auf die Titelseite der Zeitung Libération geschafft: „Ist der französische Fußball rassistisch?“ Eine Woche nach den Enthüllungen der Internetzeitung Mediapart, denen zufolge der Nationaltrainer Laurent Blanc und der französische Fußballverband versuchten, „die Anzahl der französischen Spieler afrikanischer und nordafrikanischer Abstammung zu limitieren“, indem sie diskriminierende Quoten für Spieler mit doppelter Staatsbürgerschaft in den Ausbildungszentren einführten. Die Affäre stellt das Bild der französischen Nationalelf infrage, die 1998 mit dem Slogan black-blanc-beur [schwarz, weiß, beur = arabisch für braun] Weltmeister wurde, und nimmt eine gesellschaftspolitische Wende. Für die Libération „ist die Polemik gerechtfertigt“. Das linksliberale Blatt veröffentlicht einen Aufruf von Stadtteil-Trainern, der die „Herabwürdigung von Schwarzen und Arabern innerhalb des französischen Fußballverbandes“ anprangert. „Die Diskussion drückt – über das Symbol, das die Nationalmannschaft des beliebtesten Sportes darstellt, hinaus – auf genau die Stelle, die Frankreich Schmerzen bereitet: Die Panne seines Integrationsmodells und das Problem der sozialen und städtischen Ausgrenzung, der seit drei Generationen Millionen von Bürgern mit Migrationshintergrund zum Opfer fallen.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.