„Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“ Angela Merkels öffentliche und nicht sehr Nächstenliebe-konforme Reaktion auf die Tötung des Al-Qaida-Chefs stößt in Deutschland auf Kritik. „Kanzlerin empört viele Christen“, titelt die Berliner Zeitung und berichtet, wie Angela Merkel, Christin und Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union, es sich mit Kirchen und Parteileuten verscherzt hat. Diese bemängeln, „dass es kein Grund zum Feiern ist, wenn jemand gezielt getötet wird.“ Die Liquidierung bin Ladens zeige „wir dünn die christliche Kulturschicht über den niederen, archaischen Instinkten des Menschen liegt“, bemerkt die Tageszeitung in ihrem Kommentar. „ Ja, […] die Freudentänze waren ein Ritual psychischer Entlastung. [Aber] nicht der Gerechtigkeit ist Genüge getan, sondern dem niederen Instinkt der Rachlust wurde ein Menschenopfer gebracht.“ – So die Berliner Zeitung, die auch darauf hinweist, wie angewidert der Westen das noble Haupt geschüttelt hätte, wäre es einem Attentäter einst gelungen, George W. Bush zu töten.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.