„Gesegnet sei Papst Johannes Paul II.“, titelt heute die Gazeta Wyborcza nach der Seligsprechung des polnischen Pontifex maximus vor rund einer Million Pilger am 1. Mai in Rom. „Die Seligsprechung zeigt, dass Papst Wojtyła noch immer lebendig ist. Die Kirche wird von seinen Lehren belebt. Die Feier zu seiner Seligsprechung war so weltumspannend wie sein Amt“, bemerkt ein Kolumnist von Rzeczpospolita. Jan Turnau, der bei der Gazeta Wyborcza für das Ressort Religion zuständig zeichnet, fleht hingegen seine Mitgläubigen an, dem Image des letzten polnischen Papsts nicht zu schaden. „Der Papst ist Zeugnis der Kirche, so wie die Kirche Zeugnis des Papstes ist. Mit euren pseudo-frommen Sprüchen, eurer intellektuellen Engstirnigkeit und euren Angriffen auf die Religion fügt ihr seinem Gedächtnis nur Schaden zu. Ihr sperrt ihn in euren Sakristeien ein und entreißt ihn den Menschen außerhalb der Kirche. Lasst uns versuchen, weniger zu tun. Behandeln wir ihn wie einen Rabbi, einen Gelehrten, dem wir voller Ehrfurcht zuhören, einen Weisen der heutigen Zeit. […] Nicht wie einen Ethik-Lehrer, sondern einen Berater.”
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.