„Regierung verabschiedet sich von Atomenergie“, titelt der Corriere della Sera. Zur allseitigen Überraschung gab die Regierung ihr Bauvorhaben neuer Atomkraftwerke auf, weil „noch mehr wissenschaftliche Beweise“ benötigt werden. Für die Opposition und Kolumnisten wie Sergio Rizzo des Corriere hat diese Entscheidung einen anderen Grund: Das für den 12. und 13. Juni geplante Referendum soll vermieden werden, weil es zur Außerkraftsetzung des Atomenergiegesetzes führen könnte. Laut aktueller Umfragen könnte der emotionale Schock des Fukushima-Unfalls der Anti-Atom-Front zu einem Sieg verhelfen, und der Regierung kurz vor einer entscheidenden Wahl eine gefährliche Niederlage einbringen. La Stampa vermutet sogar noch ein „zweites Ziel“: Es soll verhindert werden, dass sich die hohe Beteiligung negativ auf die anderen Referenden auswirkt, die zur gleichen Zeit geplant sind: zur Privatisierung der Wasserwerke und – wichtiger noch – zur Aufhebung des Gesetzes, das Berlusconi während seines Mandats de facto gerichtliche Immunität garantiert.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.