„Waffenruhe bis zum nächsten Krieg“: Für die Lidové noviny bringt die Regierungsumbildung, die Ministerpräsident Petr Nečas am 19. April vorgenommen hat, keine Lösung. Nach dem seit mehreren Wochen anhaltenden Korruptionsskandal, in den die Partei Věci veřejné (VV), einer der drei Koalitionspartner der Regierung, verwickelt ist, findet die Tageszeitung, der Ausgang der Krise sei „nur eine perfekte Demütigung des Ministerpräsidenten“, der zwar den Innenminister (VV) auswechselte, aber die anderen VV-Minister behalten musste. „Wo wird gegen die immer stärkere Fusion von Business und Politik vorgegangen?“ fragt sich Lidové noviny und erinnert an die Beziehungen zwischen der VV und der privaten Sicherheitsfirma ihres Gründers Vít Bárta. Gewiss, Nečas, habe versprochen, bis zum Sommer Wirtschaftsreformen vorzulegen, und will darum seine Regierung retten, doch die Prager Tageszeitung bleibt skeptisch: „Das Schicksal der Regierung ist ganz und gar nicht gesichert.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.