„Trauer und Verachtung“ betitelt Gazeta Wyborcza den ersten Jahrestag des Smolensker Flugzeugabsturzes im April 2010, bei dem der polnische Präsident Lech Kaczyński und weitere 95 Menschen starben. Die offiziellen Zeremonien, an denen der aktuelle Präsident Bronisław Komorowski und Regierungschef Donald Tusk teilnahmen, verschmähte Jarosław Kaczyński. Der Zwillingsbruder des verstorbenen Präsidenten und Vorsitzender der wichtigsten Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) versammelte sich dagegen mit tausenden PiS-Anhängern vor dem Präsidentenpalast. Während Komorowski von der notwendigen nationalen Aussöhnung sprach, beharrte Jarosław Kaczyński darauf, dass diejenigen, die das Land momentan regieren „nicht das Recht haben, im Namen Polens zu sprechen“.
Das ist „der Beginn des PiS-Wahlkampfes“, meint Gazeta Wyborcza mit Blick auf die im Herbst anstehenden Parlamentswahlen. Die Tageszeitung wirft Kaczyński vor, „bei seinem Versuch, die Macht wiederzuerlangen, auch vor dem Heiligsten keinen Halt zu machen“ und verurteilt seine Ansprache als „für Polen verachtungsvollste Rede seit Jahren“.
Indessen betont die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita, dass „die gesellschaftliche Einheit nicht auf einer von oben aufgedrückten Amnesie geschaffen werden kann“ und vielmehr auf Taten beruhen sollte, die „uns der Wahrheit über Smolensk näher bringen“. Für den von Dziennik Gazeta Prawna zitierten Soziologen Grzegorz Makowski wird der tiefe Spalt, den der Flugzeugabsturz von Smolensl ausgelöst hat, nicht so bald wieder verschwinden. „Es handelt sich um konfliktgeladene unterschiedliche Denkarten und Ideologien – eine Art landesinterner Kreuzzug… der ein oder zwei Jahrzehnte andauern könnte.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.