Die neue Partei Věci veřejné (VV, dt.: Öffentliche Angelegenheiten), einer der drei Koalitionspartner der Regierung, steht kurz vor dem Implodieren. Die Prager Wochenzeitung Respekt hatte VVs Verwicklung in einen Korruptionsskandal entüllt. In einem Interview mit der Wochenzeitung erzählte der Partei-Vize, der heute ausgeschlossene Jaroslav Škárka der Zeitung im „off“: „Für mein Schweigen [über die Finanzierung der Partei] bekam ich 50.000 [Kronen] pro Monat“. Diesen Satz brachte Respekt als Aufmacher ihrer Ausgabe vom 4. April. Der ebenfalls beschuldigte Parteigründer Vít Bárta verteidigte sich wenig später und behauptete, es handle sich [bei den monatlichen 50.000] nicht um Bestechungsgelder, sondern um Darlehen der Partei an ihren Vizepräsidenten. „Bárta greift Škárka an: Dieser leihe sich ständig auch von anderen Geld“, lautete ein Titel der Hospodářské noviny vom 7. April. Während Ministerpräsident Petr Nečas von seinem Koalitionspartner verlangt hat, den tschechischen Bürgern die ganze Geschichte zu erklären, steht „Věci veřejné mit einem Fuß im Grab“, wie die HN kommentiert. „Die Tschechische Republik wirkt wieder einmal wie ein Irrenhaus. Unsere Regierung kämpft gegen die Korruption, nur nicht in ihren eigenen Reihen. Unterdessen bleiben entscheidende Reformen auf der Strecke. Wie kann man dieser Regierung vertrauen?“ fragt sich die Prager Tageszeitung.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.