Was in der Süddeutschen noch als „Flüster-Thema der EU“ gilt, ist in der Financial Times Deutschland der Aufmacher: „EU verliert Glauben an Griechenland“, titelt das Hamburger Wirtschaftsblatt. Denn das Misstrauen auf den internationalen Finanzmärkten sei so groß, dass Athen wohl nicht wie vorgesehen 2012 dorthin zurückkehren können wird, um die Hälfte seiner Schulden aus eigenen Kräften zu finanzieren. Zu hohe Zinsen sind Schuld daran, am 5. April erreichte die Rendite auf Zehnjahresanleihen 12,7 Prozent und liegt damit doppelt so hoch wie der Zins, den die Regierung in Athen für ihre Notkredite von EU und IWF zahlt. Zwei Schwierigkeiten bleiben aber bestehen: Erstens würden die Spekulationen infolge einer griechischen Umschuldung auch andere Krisenstaaten treffen – Portugal und Irland. Zweitens hat die EU noch kein geordnetes Verfahren für eine Umschuldung. „Griechenland müsste selbst verhandeln und wäre auf den guten Willen der Gläubiger angewiesen“, Banken und Versicherungen, schreibt die FTD.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.