Beim kleinen Koalitionspartner Angela Merkels herrscht Krise: „Westerwelle gibt auf“, titelt die Frankfurter Rundschau nach dem Verzicht Guido Westerwelles (FDP) auf den Parteivorsitz und die Vizekanzlerschaft. Der Außenminister zieht damit die Konsequenzen aus den jüngsten Wahldebakeln der Liberalen, die von 14 Prozent bei den Bundestagswahlen 2009 auf 5 Prozent bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg abstürzten. Ohne Partei im Rücken und ohne politisches Gewicht könne er auch das Amt des Außenministers nicht länger besetzen, meint das Frankfurter Blatt. „Es ist wohl nicht so, dass chinesische, libysche und afghanische Regierungschefs Artikel über FDP-Vorstandssitzungen verschlingen. […] Wer aber im einen zum Abdanken gezwungen ist [und in der FDP als 'Klotz am Bein' bezeichnet wird], kann im anderen nur noch schwer mit voller Autorität agieren. Der Bundesaußenminister ist nur noch ein Grüßaugust“, und die Außenpolitik macht jetzt das Kanzleramt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.