„Am 13. Tag nach Ausbruch des Libyenkrieges herrscht ein heilloses Durcheinander“, schreibt Mediapart. „In nur wenigen Tagen ist aus einem humanitären Einsatz, für den begrenzte militärische Mittel bewilligt wurden, ein Krieg geworden, der einen Regimewechsel herbeiführen soll.“ Für die Pariser Internet-Zeitung haben die Amerikaner ein klares Ziel: den Sturz Gaddafis. In dem Einsatz, der seit dem 31. März, dem NATO-Kommando und deren Hauptquartier in Neapel untersteht, befinden sich „alle Militärinfrastrukturen und sämtliche politischen Machtzentren im Visier“.
„Diese Strategie des totalen Krieges (weit entfernt vom Geist der Resolution von 1973) erklärt die immer schärfere Kritik der Arabischen Liga, der Türkei, aber auch Italiens (das sich bereit erklärt hat, zu vermitteln und Gaddafi zum Exil zu überreden)“ fügt Mediapart hinzu. Für Die Internetzeitung ist das Bündnis schnurstracks auf dem Weg in den Sumpf. Gaddafis Armee konnte wieder Fuß fassen. „Es läuft also alles auf einen Status quo und eine Teilung des Landes hinaus, wenn nicht schnellstmöglich etwas passiert.“
Die heftigen Diskussionen um das Wesen der libyschen Opposition und den nationalen Übergangsrat (den allein Frankreich am 5. März als legitimen Gesprächspartner anerkannt hat) bringt das Bündnis in eine umso problematischere Lage. Vor allem die USA „vermuten, dass Islamisten oder gar Al-Kaida Kämpfer zu den einflussreichsten Aufständischen gehören“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.