„Empörung über verkürzte Verjährungsfrist“, titelt La Repubblica. Am Vortag kam es im Parlament zu lautstarken Debatten über einen Gesetzentwurf, der vorsieht, die Verjährungsfristen (und damit die Prozessdauer) zu verkürzen, was den Abbruch von mehreren Tausend Verfahren zu Folge haben würde – darunter die Korruptionsverfahren, die Regierungschef Silvio Berlusconi betreffen. Vor dem Parlament demonstrierten einige Hundert Menschen und bewarfen schimpfend die vorbeikommenden Minister mit Münzen. „Das ist der inakzeptable Preis, den Berlusconi das Volk zahlen lassen will, um sich persönliche Straffreiheit zu sichern“, kommentiert das der Opposition nahestehende Blatt aus Rom. Zum selben Zeitpunkt, schreibt die Tageszeitung, war Berlusconi auf Lampedusa, dass mit Tausenden von Flüchtlingen aus Nordafrika vor dem humanitären Kollaps steht. Er versprach der aufgebrachten Bevölkerung die Evakuierung der Migranten und verkündete, dass er eine Villa auf der Insel erstanden habe.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.