„Ein Warnsignal“, titelt die Libération am Tag nach der zweiten Runde der Kantonalwahlen. Auch wenn die rechtsextreme Front national (FN) von Marine Le Pen letztendlich nur in zwei Kantonten – Carpentras und Brignoles im Süden – an die Spitze gelangen konnte, überschritt sie in zahlreichen Kantonen die 40 Prozent-Marke und erreichte landesweit rund 11 Prozent. Zu einem Mehrheitswechsel kommt es dagegen nur in wenigen Departements: die Sozialisten erhielten auf Landesebene 36 Prozent der Stimmen, die UMP rund 18,6 Prozent. Genau wie in der ersten Runde war diese Wahl von einer besonders hohen Enthaltung (54 Prozent) geprägt. „Der zweite Wahldurchgang bestätigt das Desinteresse der Wähler für die letzte Abstimmung vor [den Präsidentschaftswahlen] 2012“, schreibt die linksliberale Tageszeitung, die von „einer Banalisierung der Urnenflucht, die das Misstrauen der Bürger gegenüber den Politikern bestätigt“, spricht. „Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen geht es der französischen Demokratie schlecht.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.