Anders als der echte Pinocchio sollte Italiens Demokratische Partei aufhören, ihrem "Grillo" (italienisch für Grille) zuzuhören, schreibt Il Sole 24 Ore. Die Sache hat mit Beppe Grillo zu tun. Der einst beliebte Schauspieler, der in den 80er Jahren von italienischen Bildschirmen verbannt wurde, und zwar wegen einer Satire über den Appetit von Regierungschef Craxi für Bestechungen, kam kürzlich wieder zurück ins Geschehen, dank eines hochpolitischen Blogs, aus dem eine Basis-Protestbewegung hervorging. Grillo hat nun versucht, eine PD-Parteikarte zu bekommen, um für das Amt des Parteichefs zu kandidieren. Zweimal wurde gegen ihn gestimmt, einmal aus administrativen Gründen dann, weil er als ein "Feind" der PS angesehen wurde. Das Verdikt löste eine Welle der Kritik von allen Seiten aus, und das Thema ist auf dem besten Wege in der Partei vor ihrem Parteitag verheerenden Schaden anzurichten.
"Eine Demokratie kann ohne eine entschiedene Regierung und eine reife Opposition nicht ordentlich funktionieren", kommentiert Il Sole. "Als PD geboren wurde, träumte sie davon die moderne, liberale Partei zu sein, die anderswo Standard sind. Jetzt ist die Partei jedoch wie hypnotisiert vor Berlusconis Hegemonie und weiss nicht, wie sie mit Radikalen umgehen soll. Wenn sie es nicht lernt, wird keine Blaue Fee (Figur aus Pinocchio) kommen, und sie in eine Regierungspartei verwandeln."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.