„Die Europäer sind liberal, besorgt und misstrauen der Politik“, titelt der Guardian und eröffnet damit eine einmonatige Reihe mit Berichten vom Kontinent über das „Neue Europa“. Ziel ist es, so Alan Rusbridger, Chefredakteur der Londoner Tageszeitung, „unsere Nachbarn besser kennenzulernen“. Eine vom Guardian in Auftrag gegebene Umfrage in fünf EU-Ländern – Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Polen und Spanien – offenbart einen Kontinent, der „auf seine liberalen Werte vertraut und zum Großteil immer noch an die EU-Institutionen glaubt“, doch auch seinen Anführern misstraut. „Nur sechs Prozent der Befragten in Europa bringen ihrer Regierung sehr viel Vertrauen entgegen, 46 Prozent nicht sehr viel und 32 Prozent überhaupt keines. Nur neun Prozent der Europäer glauben, dass ihre Politiker – ob an der Macht oder in der Opposition – ehrlich und integer handeln.“ Die wirtschaftlichen Befürchtungen sind ebenfalls präsent: „Insgesamt meinen 40 Prozent der Befragten, dass sich die wirtschaftliche Situation in ihrem Land in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Nur 20 Prozent rechnen mit einer Verbesserung.“ Trotz der trüben Aussichten wollen die EU-Staaten, die den Euro verwenden, diesen auch behalten. „Spanien (71 Prozent) ist da am meisten interessiert, gefolgt von Frankreich (60 Prozent). Doch auch eine Mehrheit der Deutschen will den Euro behalten, trotz der landesweiten Bedenken über die Rettung Griechenlands.“
Meinung
Europäer einig... im Argwohn
14. März 2011
Presseurop
The Guardian The Guardian, 14. März 2011
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.