Der zur Berlusconi-Familie gehörende italienische Il Giornale feiert die unangenehme Lage von Pressezar Rupert Murdoch in Großbritannien. Murdochs Zeitung The Times hatte in den letzten Monaten die flirtenden Possen der italienischen Regierungschefs scharf kritisiert. Nun hat sich der Spies umgedreht. Denn das Boulevardblatt des australischen Magnaten News of the World muss nun an einige bekannte Persönlichkeiten über eine Million Pfund für einen außergerichtlichen Vergleich zahlen, da es beschuldigt wird ihre Telefone angezapft zu haben. "Politiker, Sportler, Schauspieler. Hunderte, vielleicht Tausende Menschen, waren von dieser neuen Art des von Murdochs Reportern erfundenen Journalismus betroffen", klagt die Zeitung. "Vergessen Sie die nicht enden wollenden Observierungen, die Jagd nach gut informierten Quellen, das tägliche Brot des Reporters – Rupert Murdochs Journalisten haben ihre eigenen Methoden, um an die ganz große Info zu kommen". "Wir haben den Verdacht", verkündet ein düsterer Kommentar, "dass die Spionage nicht nur ein Weg war, um Leser außerhalb der gesetzlichen Schranken zu informieren, sondern auch, um Murdoch eine Waffe gegen seine Konkurrenten in die Hand zu geben". Mit "Konkurrenten" – so dürfen wir annehmen – meint Il Giornale einen anderen Pressezaren – Silvio Berlusconi.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.