Die am 27. Februar von Nicolas Sarkozy angekündigte Kabinettsumbildung zeugt für die Libération von einer „Panik an Bord“ des französischen Schiffs. „Vom arabischen Aufstand mitgerissen“ haben Außenministerin Michèle Alliot-Marie und Innenminister Brice Hortefeux das Regierungsboot verlassen. Sie werden jeweils ersetzt durch den bisherigen Verteidigungsminister Alain Juppé und Sarkozys rechter Hand im Elyséepalast Claude Guéant, meldet Libé. Bereits seit sechs Wochen stand „MAM“, wie die Franzosen Alliot-Marie nennen, wegen ihrer umstrittenen Kontakte zum Umfeld der gestürzten Regierung Tunesiens stark unter Druck, während der in erster Instanz wegen rassistischer Äußerungen verurteilte Hortefeux nicht mehr haltbar war. In einer Fernsehansprache rechtfertigte der Präsident seine Entscheidung mit der Notwendigkeit, die französische Außenpolitik angesichts der Veränderungen in der arabischen Welt neu zu definieren. Die Tageszeitung stellt aber fest, dass „er erneut die Angst vor Flüchtlingsströmen auszunutzen versuchte, statt die Hoffnung aus den Revolten zu teilen – als sei die Außenpolitik Frankreichs Sklave von Wahlkampagnen“, denn 2012 stehen die Präsidentschaftswahlen an.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.