Vor einigen Tagen berichtete die Financial Times Deutschland, 17.000 ehemalige Mitglieder der Stasi arbeiteten in öffentlichen Dienst. "Und nun ist die Empörung groß, man erschrickt fast ein bisschen. Der Rechtsstaat Bundesrepublik, der den Unrechtsstaat DDR vereinigt, gesäubert und ja: auch ein wenig gerichtet haben sollte – er hat die befleckten Funktionäre von damals in seine eigenen Funktionen eintreten lassen", schreibt der Tagesspiegel. "Wie soll man reagieren? Soll man überhaupt?" Das Berliner Blatt erklärt, die Politik befinde sich im Widerstreit mit ihrer eigenen Historie und einer sich verändernden öffentlichen Moral. Pragmatisch habe man im Einigungsvertrag festgelegt, dass Stasi-belastete Personen aus Dienstverhältnissen gekündigt werden durften. Der Lauf der Dinge wurde aber "Gerichten überlassen […] und den Bundesländern. In Brandenburg war man nachlässig, in Sachsen strenger. Einige betrieben Auslese, andere winkten durch." Der Tagesspiegel hält seine Meinung dann doch nicht zurück und erinnert daran, dass die Akten bis Mitte der Neunziger Jahre erst zu einem Viertel erschlossen waren. "Erst heute hat man die Übersicht. Die Aufarbeitung könnte beginnen."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.