„Ruby: Berlusconi vor Gericht“, titelt La Repubblica, nachdem am Vortag die Mailänder Ermittlungsrichterin entschieden hatte, dass die Beweislage ausreichend sei, um ein Verfahren über Amtsmissbrauch und Umgang mit der damals noch minderjährigen Prostituierten Karima El-Mahroug, besser bekannt als „Ruby Rubacouri“, anzustrengen. Der Regierungschef wird sich in einem Schnellverfahren verantworten müssen, Prozessbeginn ist am 6. April. Berlusconi wird zudem vorgeworfen, Druck auf den Polizeichef ausgeübt haben, als „Ruby“ im vergangenen Mai wegen Diebstahls verhaftet wurde. Es seien „gravierende Delikte“, meint Ezio Mauro, der Chefredakteur der linksgerichteten Tageszeitung. Für die politische Krise, die dieser Prozess hervorrufen könnte, gäbe es nur eine Lösung: „Wahlen, auf dass die Bürger urteilen.“ Im Corriere della Sera hingegen meint der konservative Publizist Sergio Romano in seinem Leitartikel, dass Berlusconi trotz des Prozesses im Amt bleiben solle, um „zu vermeiden, dass die Legislaturperiode in einem Gerichtssaal endet“ und deutlich zu machen, dass „Politik nicht in Gerichtsgebäuden, sondern in Parlamenten und Wahllokalen gemacht wird.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.