Ein Angriff gegen alles, was in einer desolaten Stadt noch vom Nonkonformismus übrig war. So bezeichnet die Respekt den Einsatz der tschechischen Polizei, die am 30. Juni den Squat Milada, das letzte besetzte Haus Prags räumen ließ. Symbol der im Verschwinden begriffenen Subkultur für die einen, Missachtung der Steuerzahler für die anderen: Das Milada spaltet die tschechische Presse. Die Polemik schwoll an, als Menschenrechts-minister Michael Kocáb, Rocksänger und ehemaliger Aktivist gegen das kommunistische Regime, den Besetzern zu Hilfe kam, indem er ihnen zu einem symbolischen Mietpreis von einer Krone die Unterkunft in einem Mietshaus im Prager Stadtzentrum anbot. Paradoxerweise führte diese "humanitäre" Aktion zu einem "etwas lächerlichen Ende der Hausbesetzung in der tschechischen Republik", bedauert die Prager Wochenzeitung.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.