„Cowen verabschiedet sich mit der Forderung nach einem respektvollen Wahlkampf“, titelt die Irish Times nach der Auflösung des irischen Parlaments. Die Neuwahlen sind für den 25. Februar angesetzt. Taoiseach Brian Cowen, der erste europäische Regierungschef, der sich an der Eurokrise die Zähne ausgebissen hat, forderte nach seinem Rückzug ins Privatleben „respektvolle“ Debatten über die Zukunft des Landes. Der Taoiseach, der in Irland an der Macht war, als dessen Wirtschaft zusammenbrach, es den erniedrigenden Rettungsschirm von EU und IWF akzeptieren musste und seine Souveränität verlor, erklärte in seiner Abschiedsrede: „Bei dieser Wahl soll es nicht um Personen gehen, sondern um echte Inhalte, Reflexionen und den Auftrag der Demokratie.“ In einem Anflug von Nachsicht feiert die Presse landesweit Cowens „persönliche Integrität“. Im Leitartikel des Irish Independent steht: „Napoleon wollte seine Generäle vom Glück begünstigt wissen. Wenn Brian Cowens politische Karriere also ein – zweifellos – trauriges Ende nimmt, so kann er daraus schließen, dass er nicht viel Glück hatte.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.