„Berlin will mehr Kontrolle über die Eurozone“, titelt die Dziennik Gazeta Prawna. Deutschland will zwar mehr Geld in die EFSF (European Financial Stability Facility) einzahlen, die dazu gebildet wurde, die schuldengeplagten Staaten der Eurozone zu unterstützen, doch im Gegenzug hat es auch eine Liste von Haushaltsreformen für die Eurozone vorzuweisen, die es beim EU-Gipfel am 4. Februar in Brüssel auf den Tisch legen wird. Deutschland schlägt vor, das Rentenalter für Männer und Frauen auf mindestens 67 Jahre anzuheben, eine Koordination der Körperschaftssteuer in der gesamten Eurozone einzuführen, die automatischen, inflationsgebundenen Lohnangleichungen im öffentlichen Sektor einzustellen und eine allgemeine Schuldenbremse einzuführen. Weiter wird Berlin Bestimmungen fordern, die es den Arbeitgeber einfacher machen, Mitarbeiter zu entlassen. Sollte der Plan, der vor März nicht formalisiert sein wird, bestätigt werden – nach Angaben der Warschauer Tageszeitung keine einfache Sache –, dann hat Bundeskanzlerin Angela Merkel versprochen, die EFSF zu erhöhen, damit insgesamt 440 Milliarden Euro davon für die Rettung der gebeutelten Eurostaaten vorgesehen werden können (heute sind es 250 Milliarden Euro, zusätzlich zu 190 Milliarden Euro Reserve).
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.